Dickes Minus: Wie sich die Abfallgebühren im Landkreis Biberach 2019 entwickeln

Lesedauer: 4 Min
 Die Müllgebühren bleiben im Landkreis Biberach konstant – und das zum 14. Mal in Folge.
Die Müllgebühren bleiben im Landkreis Biberach konstant – und das zum 14. Mal in Folge. (Foto: dpa/Frank Rumpenhorst)

Gute Nachrichten für alle Bürger im Landkreis Biberach: Die Müllgebühren bleiben weiterhin stabil. Auch im Jahr 2019 wird es keine Erhöhung geben, und das obwohl die Einnahmen die Ausgaben nicht decken. Laut Berechnungen des Abfallwirtschaftsbetriebs fehlen voraussichtlich rund 1,3 Millionen Euro. Durch Überschüsse aus den vergangenen Jahren kann dieses Minus allerdings ausgeglichen werden.

Vor sieben Jahren hat sich der Landkreis Biberach dazu entschlossen, die Abfallgebühren zu senken. Bei dieser Senkung ist es seither geblieben. Und das nicht, weil der Müll weniger geworden ist, sondern weil es so viele Überschüsse aus den vergangenen Jahren gibt, die an die Gebührenzahler zurückgeführt werden müssen. So verlangt es das Gesetz.

Die Kreisräte im Betriebsausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs haben am Mittwoch einstimmig beschlossen, die Gebühren nicht zu erhöhen. Das letzte Wort spricht allerdings der Kreistag. Das Gremium tagt am Mittwoch, 24. Oktober, im großen Sitzungssaal des Landratsamts.

Der Kalkulation für 2019 liegt ein gebührenfähiger Aufwand von knapp 11 Millionen Euro zugrunde. Mit den Gebühren konnten 9,7 Millionen Euro eingenommen werden. „Das ergibt eine Unterdeckung von 1,3 Millionen Euro“, sagt Landrat Heiko Schmid. „Dennoch bleiben wir dabei, dass die Gebühren auch im kommenden Jahr unverändert bleiben.“

Für die Kreisräte ist das ein gutes Zeichen an die Bürger. Josef Weber (Grüne) gibt dennoch etwas zu bedenken: „Bei uns fehlt es ganz klar an der Müllvermeidung, die sollte eigentlich unser Ziel sein. Es gab Zeiten, da hat man gesagt, es muss etwas kosten, dass gespart wird.“ Man müsse in diesem Bereich noch mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten. „Ich sehe noch zu viel Müll rechts und links neben den Feldern.“

Dass sich der Kreis durchaus mit dem Thema beschäftigt, gab Landrat Heiko Schmid zu Beginn des Ausschusses bekannt. Es wurde ein Pfandbecher der Firma Recup eingeführt. „In Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden haben wir geprüft, ob und wie ein Becher-Pfandsystem zur Reduzierung der Coffee-to-go-Becher eingesetzt werden könnte“, so Heiko Schmid.

Bisher haben sich die Bäckerei Butzug (Bad Schussenried), Keck (Schemmerhofen) und Zell & Ruß (Warthausen) und das Stadtcafé Hampp (Ochsenhausen) zur Einführung des Pfandbechers entschlossen. Die Bäckerei Mayer (Oberessendorf) und das Backhaus Häussler (Ochsenhausen) hatten das Pfandsystem bereits.

Auch das Biberacher Kreisberufsschulzentrum hat in der Caféteria die Einwegbecher durch Porzellantassen ersetzt. „Wir bleiben also weiter dran an diesem Thema“, so der Landrat. „Wir wollen auch noch weitere Betreiber von Coffee-to-go-Verkaufsstellen vom Konzept der Pfandbecher überzeugen.“

Hier produzieren die Menschen den meisten Müll

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen