Deutscher Gründerpreis für Schüler: PG Biberach holt den fünften Platz

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Die Schüler (v.l.) Simon Ahlemann, Corinna Härle und Tatjana Winter nehmen heute ihren Preis in Stuttgart entgegen. Andrea Gna (Foto: Pagano)
Schwäbische Zeitung
Elena Pagano

Mit der Idee für eine besondere elektrische Zahnbürste haben es vier Elftklässler des Pestalozzi-Gymnasiums zum Deutschen Gründerpreis für Schüler geschafft. Den fünften Platz auf Landesebene belegen die Biberacher Schüler mit ihrem Einfall. Heute fahren sie zur Preisverleihung nach Stuttgart.

„Eigentlich hatten wir ja die Idee für eine Tupperdose mit doppeltem Boden, der das Essen entweder wärmt oder kühlt“, sagt die Schülerin Corinna Härle des Pestalozzi Gymnasiums. „Aber diese Erfindung gab es leider schon. Irgendwann kamen dann Tatjana und Andrea und sagten, sie hätten die Idee.“

Die Idee war dann eine fiktive, elektrische Zahnbürste, die aber sehr viel mehr Funktionen hat, als eine herkömmliche. „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern zu viel Zeit, die wir nicht nutzen“, zitieren die Schüler den römischen Philosoph Lucius Annaeus Seneca. „Wir dachten, jeder kennt sie, die mindestens drei Minuten morgens und abends verplemperte Zeit beim Zähneputzen, in der man nur daran denkt, endlich fertig zu sein. Uns war klar, man könnte diese Zeit auch sinnvoller nutzen.“

Der erste Grundgedanke von Andrea Gnann, Tatjana Winter, Corinna Härle und Simon Ahlemann entwickelte sich über mehrere Wochen zum Unternehmen „DentaConnect“. Ein fiktives Unternehmen, das eine elektrische Zahnbürste, die dem Nutzer aus verschiedenen Themenbereichen vorliest, herstellt. Zum Beispiel informiert sie über Tagesnachrichten oder erinnert an den persönlichen Terminkalender. Speziell für Kinder soll es eine Kinderzahnbürste geben, die auf Knopfdruck Gute-Nacht-Geschichten erzählt.

Um diese Funktionen nutzen zu können, wird eine Verbindung zur Internetseite des Unternehmens hergestellt, die über den eingebauten WLAN-Empfänger zu erreichen ist.

„Von Mitte März bis Ende Mai haben wir uns mindestens ein Mal pro Woche getroffen“, erzählt Tatjana Winter. „Es war wirklich viel Arbeit, aber das war uns von vornherein klar.“ Insgesamt wurden den Schülern neun Aufgaben bis zum fertigen Projekt gestellt, die sie fristgerecht bewältigen mussten.

1060 Teilnehmergruppen haben deutschlandweit am Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen. „Platz fünf auf Landes- und Platz 22 auf Bundesebene ist wirklich sehr gut“, lobt der betreuende Lehrer Reinhold Albrecht. „Weder Marketing noch Unternehmensvision wurden bereits im Unterricht behandelt, die Schüler haben sich all ihr Wissen selbst angeeignet, das finde ich sehr lobenswert.“

Auch für die schulische Karriere bringt die Teilnahme Vorteile mit sich. „Die Schüler haben die Möglichkeit, ihre Arbeit benoten zu lassen und sie im Abiturzeugnis als mündliche Prüfung werten zu lassen“, erklärt Albrecht.

Da die Schüler so gut beim Wettbewerb abgeschnitten haben, sind sie heute in die Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart eingeladen, um dort neben den anderen Preisträgern ihre Präsentation über die „News(b)rush“ zu halten. Der fünfte Platz erhält vom Sparkassenverband Baden-Württemberg 250 Euro. „Zusätzlich sponsern wir von der Sparkasse Biberach noch 150 Euro dazu“, sagt Josef Ege.

Der Deutsche Gründerpreis für Schüler ist nicht zu verwechseln mit dem Deutschen Gründerpreis, der eine Auszeichnung für herausragende Unternehmer und deren wirkliche und reale Geschäftsideen ist. Der Deutsche Gründerpreis für Schüler dagegen ist ein Existenzgründer-Planspiel, bei dem ein fiktives Unternehmen gegründet wird.

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