Der neue Standort kommt gut an

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Reger Andrang herrschte beim Markt der Biberacher Partnerstädte am neuen Standort in der Waaghausstraße.
Reger Andrang herrschte beim Markt der Biberacher Partnerstädte am neuen Standort in der Waaghausstraße. (Foto: Hans-Bernd Sick)

Eine gelöste und fröhliche Stimmung hat beim Markt der Biberacher Partnerstädte unter den Gästen aus den Partnerstädten und den Helfern des Partnerschaftsvereins Biberach geherrscht. Erstmals hatte der Markt in der Waaghausstraße stattgefunden.

Schon während des Aufbaus waren erste Besucher gekommen und hatten Kostproben der regionalen Spezialitäten ergattert, die die Gäste aus den fünf Partnerstädten Asti, Swidnica, Telawi, Tendring District und Valence nach Biberach mitgebracht hatten. Obwohl bei den Aktiven des Partnerschaftsvereins der Eindruck vorherrschte, dass es am früheren Standort in der Bürgerturmstraße mehr Laufkundschaft gab, überzeugte der Standort in der Waaghausstraße durch mehr Platz und vor allem mit der Kulisse der umgebenden historischen Gebäude.

Doch spätestens, als die Sonne die „Piazza“ des Partnerschaftsmarkts erwärmte, der Musikfrühling seinen Anfang nahm und der eine oder andere Spielmannszug aufspielte, herrschte auch an den Ständen geschäftiges Treiben. An den Tischen fanden sich Gruppen in launigen Gesprächen zusammen, begegneten sich Bekannte aus den Partnerstädten. Auch das Infomaterial über die mit Biberach befreundete Kanalinsel Guernsey fand reißenden Absatz, sodass bereits um die Mittagszeit der Guernsey-Ausschuss vor einem leeren Tisch stand.

Reger Andrang herrschte auch am Stand der Freunde der französischen Sprache, die mit einem Flohmarkt mit französischsprachigen Büchern und frischen Crêpes die Gäste aus Valence unterstützten. Allenthalben sah man zufriedene Gesichter, als am Nachmittag mit dem Aufzug erster dunkler Wolken der Frühlingsmarkt der Partnerstädte sein Ende nahm und die wenigen verbliebenen Waren eingepackt und die Stände abgebaut wurden.

Die städtepartnerschaftlichen Begegnungen gingen am Abend beim Frühlingsfest des Partnerschaftsvereins in der Ringschnaiter Dürnachhalle weiter. Rund 180 Gäste vor allem aus den Partnerstädten und vom Partnerschaftsverein füllten die vom Obst- und Gartenbauverein Ringschnait und Vereinsmitgliedern gelungen dekorierte Halle. Ludger Semmelmann, Vorsitzender des Schweidnitz-Ausschusses, wies in seiner Ansprache auf die aktuelle politische Situation hin, bei der in Europa wieder Zäune errichtet und Grenzen geschlossen werden und nationalstaatliche Interessen und das Erstarken rechter Parteien den gesamteuropäischen Gedanken verdrängen. Dies schmerzt den Partnerschaftsverein, der mit der Vernetzung zwischen den Partnerstädten und damit auch deren Ländern für die gesamteuropäische Idee eintritt.

Multikulturelles Fest

Der gemeinsame, freundschaftliche Gedanke prägte auch die Stimmung beim multikulturellen Fest. Zur Unterhaltung trugen die Auftritte der „Mibi-Mädels“ und der Showgruppe „Konfetti“ des FC Mittelbiberach bei, die mit viel Applaus belohnt wurden. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der Gruppe „One for Africa“; sechs junge Männer aus Gambia, die seit etwas mehr als einem halben Jahr in der Flüchtlingsunterkunft an der Bleicherstraße wohnen, gaben mit ihren Kurzauftritten mit Trommeln, Gesang und Tanz einen Eindruck in ihre Kultur. Der Beifall freute die Musiker und die Vertreter des „Interkulturellen Forums für Flüchtlingsarbeit e.V.“ (iff), über die der Kontakt zustande gekommen war.

Angeregte Unterhaltungen bei schwäbischem Essen rundeten den Festabend ab und machten Appetit auf die vielen anstehenden städtepartnerschaftlichen Aktivitäten wie die polnischen Wochen im Oktober oder den Partnerschaftsstand beim Christkindles-Markt.

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