Der Abend macht Appetit auf die neue Kultursaison

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Redaktionsleiter
Aylin Duran

Viele Bilder von der Veranstaltung gibt es unter www.schwäbische.de/kulturparcours-bc im Netz.

Musik, Schauspiel, Bildungsangebote – der inzwischen zehnte Biberacher Kulturparcours hat am Freitagabend viele Besucher in die Kultureinrichtungen der Stadt gelockt. Manche wollten sich einfach nur amüsieren, andere über anstehende Angebote der kommenden Kultursaison informieren.

Den Auftakt machte der Nachwuchs der Bruno-Frey-Musikschule. Unter dem Motto „Ferienspaß mit Musik“ hatten rund 30 junge Streicher, Bläser, Akkordeon-, Klavierspieler und Gitarristen unter der Leitung von Michael Nover und Angelika Glöggler die Geschichte der Schildkröte „Tranquilla Trampeltreu“ von Nover in Töne umgesetzt. Die Erzählung handelt von der Beharrlichkeit, mit der man am Ende auch ans Ziel kommt. Und beharrlich hatten die jungen Musiker auch die von Nover speziell für diese Besetzung komponierten Stücke einstudiert, für die es am Ende viel Applaus gab.

Die Volkshochschule zeigte gleich einen ganzen Strauß aus dem Angebot ihrer Kurse. So duftete es würzig aus einem der Unterrichtsräume, als Klein und Groß dort Kräutersalz zubereiteten. Ein paar Zimmer weiter gab es Tipps zum Fotografieren, und wer wollte, konnte für Porträtaufnahmen Modell sitzen. Um kreative Gestaltung ging es beim Schnupperkurs Aquarellmalen und bei Ikebana, einer japanischen Kunst des Blumenarrangierens. Im Foyer sorgten die Tiny Tunes mit neuen Arrangements bekannter Hits für gute Stimmung.

In der Stadtbücherei konnten Mutige testen, wie es sich anfühlt, wenn man mittels VR-Brille auf einer Planke in luftiger Höhe auf einem Hochhaus entlangbalanciert. Ein Spaß, den sich auch Oberbürgermeister Norbert Zeidler nicht entgehen ließ. Wer es dagegen lieber kriminalistisch-komödiantisch mochte, war bei „Wine & Crime“ richtig. Das Jazztrio Boogaloo und Schauspieler Jo Jung boten eine Art Live-Kriminalhörspiel mit Musik.

Das Museum präsentierte nochmals seine Sonderausstellung „1968“, die im Oktober zu Ende geht. Passend dazu servierte der Ravensburger Musiker Michael Moravek mit seiner Band feinsten Folkrock und Indie-Klänge aus seinem Album „In Transit“.

Und wem der Sinn nach Ruhe stand, der nutzte eine der zahlreichen Führungen auf den Gigelturm. Der Blick auf die beleuchtete Biberacher Altstadt war an diesem Abend eines der begehrtesten Fotomotive.

Die Stadt wimmelte förmlich von Menschen. Jede Ecke Biberachs bot unterschiedliche Aktionen an, überall leuchtete es in anderen Farben und Musik erklang in allen Facetten. Langeweile konnte hier sicher nicht aufkommen. Im Gegenteil: Schwierig war es vielmehr, zwischen den unterschiedlichen Möglichkeiten zu wählen.

Kritische Texte, schöne Stimmen

In der Stadthalle startete das Programm mit der Gruppe Vivid Curls. Neben starken und kritischen Texten boten Inka Kuchler und Irene Schindele ihrem Publikum sogar französische Cover und englische Eigenkreationen. Zwar erklangen die meisten Lieder im Allgäuer Dialekt, jedoch wurden die Schwaben nicht enttäuscht: So hallte auch ein schwäbisches Lied durch die Halle– sogar diesen Dialekt hatten die Sängerinnen im Repertoire. Ihre Stimmen waren durchaus wohlklingend und es war definitiv kein Fehler zuzuhören, auch wenn der Allgäuer Dialekt für manchen gewöhnungsbedürftig war.

Mit Auszügen aus dem Musical „Alice im Wunderland“ ging es anschließend auf der Bühne weiter. Diverse erste Eindrücke, wie fabelhaft das Musical „Alice“ wohl sein wird, zeigte der Regisseur Volkram Zschiesche mit den Schauspielern Alice, der Herzogin im farbenfrohen Kostüm und dem Kaninchen im ewigen Zeitdruck.

„Auf der Bühne ist jede Bewegung einstudiert“, erklärte Zschiesche. Deshalb sei es am schönsten, wenn das Publikum vergisst, das alles inszeniert ist. Wenn die Bewegungen und Worte nicht lang erprobt, sondern echt wirken.

Es scheint oft so, als würden Kinder lauter lachen, heftiger weinen und als wären kindliche Ausdrücke extremer und echter. Zschiesche erklärt auch, wieso: Seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen wird den Menschen mit der Erziehung ausgetrieben. Wer Schauspieler werden möchte, muss deshalb an seinem Ausdruck arbeiten.

Eine Führung durch die Kulissen wurde ebenfalls angeboten, hier konnte man erfahren, wie die Bühnentechnik funktioniert.

Viele Bilder von der Veranstaltung gibt es unter www.schwäbische.de/kulturparcours-bc im Netz.

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