„Demokratie ist eine Lebensform“

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 Sie engagieren sich für den Tag der Demokratie: (v. l.) Rouven Klook, Ehrenamtsbeauftragter der Stadt Biberach, Yvonne Moderec
Sie engagieren sich für den Tag der Demokratie: (v. l.) Rouven Klook, Ehrenamtsbeauftragter der Stadt Biberach, Yvonne Moderecker, Integrationsbeauftragte der Stadt Biberach, Friederike Höhndorf vom Demokratiezentrum sowie Daniel Horst vom regionalen Bildungsbüro im Landratsamt. (Foto: Gerd Mägerle)
Redaktionsleiter

Um fünf vor zwölf sollen am Samstagmorgen Luftballons in den Biberacher Himmel steigen, außerdem sollen Menschen über das Thema Demokratie ins Gespräch kommen. Das wünscht sich das Demokratiezentrum Oberschwaben, das zum internationalen Tag der Demokratie einige Aktionen startet.

„Was ist ein Demokratiezentrum und wozu braucht es so was überhaupt?“ – eine Frage die Friederike Höhndorf regelmäßig gestellt bekommt. Seit November 2017 leitet sie das neue regionale Demokratiezentrum Oberschwaben, das für die Landkreise Biberach und Ravensburg zuständig ist. Die Arbeit läuft vor allem in zwei Bereichen ab. So veranstaltet das Demokratiezentrum regelmäßig Seminare, um präventiv zu wirken. „Das sind vor allem Workshops für Schulsozialarbeiter oder Aktive in der Kinder- und Jugendarbeit“, sagt Höhndorf. Dabei geht es um Strategien gegen Extremismus und Rassismus. Auch extreme religiöse Tendenzen spielen dabei zunehmend eine Rolle genauso wie der Umgang mit Hasskommentaren in sozialen Netzwerken.

Der andere Bereich der Arbeit des Demokratiezentrums ist die Intervention. „Wir haben im Kreis Biberach inzwischen fünf ausgebildete Berater, die auf Wunsch in Gemeinden, Schulen oder Vereinen tätig werden können, wenn es zu Extremismus oder auch Mobbing kommt“, sagt Höhndorf.

„Demokratie ist keine Rechtsform, sondern eine Lebensform“, sagt Daniel Horst vom regionalen Bildungsbüro im Biberacher Landratsamt. Das müsse man den Menschen wieder stärker bewusst machen. „Demokratie lebt vom Handeln und sie ist Arbeit. Das hat nichts mit Glück zu tun“, so Horst.

Um diesen Gedanken in die Öffentlichkeit zu tragen, hat sich das Demokratiezentrum für den internationalen Tag der Demokratie, der am Samstag, 15. September, begangen wird, einige Aktionen auf dem Biberacher Marktplatz überlegt. Unterstützt wird es dabei von der Stadt Biberach, dem Landratsamt, von Stadt- und Kreisjugendring, von der Lokalen Agenda 21 Biberach sowie vom Bündnis für Toleranz und Demokratie. Von 9 bis 13 Uhr wird es vor dem Rathaus einen Stand geben, an dem die Organisatoren mit den Bürgern über Demokratie ins Gespräch kommen wollen. „Das soll nicht belehrend sein und auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“, sagt Friederike Höhndorf. „Wir merken aber auch, dass wir die politische Diskussion im digitalen Zeitalter etwas verlernt haben.“

Unter dem Motto „Auf Demokratie bauen“ sollen außerdem Würfel mit Grundbegriffen beschriftet werden, die für die Demokratie wichtig sind. Daraus soll im Lauf des Vormittags ein „Haus der Demokratie“ gebaut werden.

Punkt 11.55 Uhr – also um fünf vor zwölf – sollen Luftballons in den Himmel steigen. An diesen hängen Postkarten, die alle Bürger zuvor beschriften können. Gesucht ist dabei ein Slogan für Demokratie und eine Begründung, warum Demokratie super ist. Der Ballon mit den pfiffigsten Ideen, der auch noch am weitesten fliegt, kann seinem Absender einen Preis einbringen.

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