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Der Ausbau des Backbonenetzes erfolgt in zwei Etappen und soll bis 2022 abgeschlossen sein.
Der Ausbau des Backbonenetzes erfolgt in zwei Etappen und soll bis 2022 abgeschlossen sein. (Foto: Grafik: Michelle Barbic/Quelle: Landratsamt)
Josef Aßfalg

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags hat am Mittwoch in seiner Sitzung einstimmig für den Breitbandausbau im Kreisgebiet votiert. Von 45 Städten und Gemeinden haben 42 Kommunen (Stand: 4. Juli) ihre Zustimmung gegeben. Von den Gesamtkosten in Höhe von 30,8 Millionen Euro verbleibt dem Landkreis Biberach ein Eigenanteil von 15,8 Millionen Euro.

Mit dem Breitbandausbau werde in den Städten und Gemeinden des Landkreises eine Investition von 300 bis 500 Millionen Euro ausgelöst, bekannte Landrat Heiko Schmid.

Die Gemeindeverwaltungen seien über das Blackbone (überregionales Breitbandnetz zur Verbindung der Kommunen im Landkreis) umfassend informiert worden und hätten das Bauprojekt des Landkreises positiv aufgenommen, so Heiko Schmid. 42 Kommunen haben zusagt. Die Gemeinden Langenenslingen und Altheim sind bereits Mitglied in der Breitbandversorgungsgesellschaft (BSL) im Landkreis Sigmaringen. Für sie gilt eine gesonderte Vereinbarung. Eine Sondersituation ergibt sich auch auf dem Gebiet der Stadt Biberach, da die Stadt ihre Breitbandaktivitäten der Ewa Riss und Ewa Netze übertragen hat und das Netz aktuell verpachtet ist.

Eigenanteil von 15,8 Millionen Euro

Dezernatsleiter Manfred Storrer berichtete über die Umsetzung des Kreistagsbeschlusses vom 13. Dezember 2017. Nach der aktuellen Planung von Geodata geht es um 654 Kilometer Breitbandstrecke mit Kosten von 30,8 Millionen Euro. Abzüglich der Förderung von 15 Millionen Euro verbleibt dem Landkreis ein Eigenanteil von 15,8 Millionen Euro. Die technische Priorisierung des Ausbaus soll in zwei Etappen erfolgen: Priorität 1 in der Zeit von 2018 bis 2020 und Priorität 2 von 2020 bis 2022. „Optimistisch betrachtet, ist der Backboneausbau 2022 fertiggestellt“, so Manfred Storrer. Ziel sei es auch, alle Kreiseinrichtungen (Schulen, Außenstellen und Rechenzentren) an das Glasfasernetz anzuschließen.

Zum Personalbedarf sagte Storrer: „Bei der Nutzung von bisher fünf vorhandenen Personalstellen müssen drei weitere Stellen (Leitung Breitbandteam, Bauingenieur und Techniker) geschaffen werden, Das Breitbandteam wird als Stabsstelle im Landratsamt geführt.“ Manuel Hommel, Sachverständiger vom Planungsbüro Geodata, stellte auf einer Kreiskarte die Priorisierung der Backbonetrassen eins und zwei vor.

Mario Glaser, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählervereinigung (FWV), sagte unter anderem: „Aus kommunaler Sicht war es toll zu sehen, wie gut die Mannschaft des Landratsamtes die einzelnen Gemeinden in den Gemeinderatssitzungen über den Backboneausbau begleitet hat. Dafür vielen Dank.“

Seine Fraktion trage den Beschluss zum Breitbandausbau mit, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Lemli. Aber er frage sich, „wie können wir das zusätzliche Personal gewinnen und woher kommt das Personal überhaupt“. Über Ausschreibungen, auch im Internet, wisse er, „dass es im technischen Bereich nicht einfach ist“, so Dezernatsleiter Storrer.

Damit sie es verstehe, müsse die Bevölkerung vor Ort mitgenommen werden, aber auch die Politik, „denn da gibt es auch Bedenkenträger“, befand Kreisrat Alexander Eisele (FDP).

Ein klares Bekenntnis zum Bau des Kreisbackbones legte auch Fraktionsvorsitzender Elmar Braun (Grüne/ÖDP) ab, „auch wenn man sieht, wie schwierig es ist, an Fördergelder zu kommen, hat sich der Aufwand gelohnt“.

Einstimmig plädierte das Gremium für die Umsetzung des Breitbandausbaus und den Ausbau des Kreisbackbones. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Voraussetzung für die Umsetzung zu schaffen.

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