Das sind die Gewinner der 40. Biberacher Filmfestspiele

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 Der Goldene Biber wurde am Sonntag für den besten Spielfilm verliehen.
Der Goldene Biber wurde am Sonntag für den besten Spielfilm verliehen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die 40. Biberacher Filmfestspiele haben einen Zuschauerrekord gebracht: Etwa 16.000 Besucher kamen an den fünf Festivaltagen in den Traumpalast und die Stadthalle, was ungefähr 1.000 mehr als im Vorjahr sind. Abschluss war die Verleihung der Biber am Sonntag in der Stadthalle. Da kein Film zwei Preise gewonnen hat, gibt es mehr Preisträger denn je. Das sind die Gewinner:

1.) Goldener Biber (dotiert mit 8.000 Euro): Als bester Spielfilm des Festivals wurde der Film „Once Again” von Regisseur Kanwal Sethi ausgezeichnet. Er bekommt den Goldenen Biber und damit den mit 8.000 Euro höchstdotierten Preis des Festivals. „Once Again“ ist die Liebesgeschichte des alternden Filmstars Amar (65) und seiner Köchin Tara (54) vor den Kulissen der Großstadt Mumbai.

2.) Debüt-Biber (dotiert mit 3000 Euro): Diesen Preis bekommt Felix Hassenfratz für sein packendes und tief berührendes Familiendrama „Verlorene”. Der Film behandelt das oft tabuisierte Thema des sexuellen Missbrauchs in der Familie und gefiel besonders wegen der vielschichtigen Figuren und der hervorragenden Filmmusik.

3.) Fernseh-Biber (dotiert mit 3000 Euro): Den Biber für den besten Fernsehfilm bekommt wie auch 2017 der Eröffnungsfilm. “Bist du glücklich?” unter der Regie von Max Zähle hat die Jury begeistert: “Ein berührend, leiser Film, der in unserer lauten Zeit viel zu selten in dieser wahrhaftigen Form gewagt wird und der lange nachwirkt”.

Die 40. Filmfestspiele sind eröffnet
Es ist das Familientreffen der deutschsprachigen Filmszene: Das Biberacher Filmfest. Mehr als 14.000 Besucher werden in der oberschwäbischen Stadt bis Sonntag erwartet, mehr als 65 Filme können Besucher schauen. Gestern Abend wurde die 40. Ausgabe von Vertretern des Vereins Biberacher Filmfestspiele und dem Intendanten Adrian Kutter offiziell eröffnet.

4.) Doku-Biber (dotiert mit 3000 Euro): Als die beste Dokumentation zeichnet die Jury „Scala Adieu – von Windeln verweht” von Douglas Wolfsperger aus. In der Dokumentation geht es um ein Arthouse Kino, das einem Drogeriemarkt weichen soll. Douglas Wolfspergers Film machte letztendlich das Rennen mit seiner witzigen und frechen Art. Doch die Entscheidung fiel in dieser Kategorie offenbar schwer: Eine lobende Erwähnung in Form einer Urkunde bekommt der Film „Serenade für Fanny” von Monique Marmodée mit der Begründung: „Das Porträt einer Großmutter und ihrer Enkelin versteht es grandios über 85 Minuten zu unterhalten und den Zuschauer mit einem Gedankenanstoß über das Frauenbild von früher und heute nach Hause zu schicken“.

5.) Publikums-Biber (dotiert mit 2000 Euro): Die Publikumsjury verleiht ihren Biber dem Regisseur Philipp Hirsch und seinem Debüt-Spielfilm „Raus”, welches sie als „intensives Spiel der jungen Talente” bezeichnen. Die Jury zeigt sich besonders beeindruckt von der außergewöhnlichen Geschichte, deren spezieller Bildsprache und von den authentischen Charakteren. In dem Film geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die eine Reise von der urbanen Virtulität in die idyllische Realität antreten.

6.) Schüler-Biber (dotiert mit 3000 Euro): Der Schülerjury hat der Film „Sarah spielt einen Werwolf“ von Katharina Wyss am Besten gefallen. Die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin und die konsequente Entwicklung ihrer Figur haben bei den Schülern einen derart bleibenden Eindruck hinterlassen, sodass sie den Film zum Gewinner ernannt haben.

7.) Biber fürs beste Drehbuch (dotiert mit 1000 Euro): In der variablen Kategorie wurde in diesem Jahr das beste Drehbuch gekürt. Für die Drehbuchjury, bestehend aus Sabine Bachthaler, Robert Buchschwenter und Peter Zenk, überzeugte vor allem „Haltung, Originalität und Handwerk”. „Zerschlag mein Herz von Alexandra Makarova, erfüllt all diese Kriterien und hat uns darüber hinaus mitten ins Herz getroffen”, so die Jury.

8.) Kurfilm-Biber (dotiert mit 2000 Euro): Dieser Biber geht an „Der Besuch” von Christian Werner. Der knapp 15-minütige Film „ist gespickt mit vielen Gelegenheiten, in ein sentimentales Rührstück abzurutschen. Aber es gelingt dem Filmemacher, diese Untiefen meisterhaft zu umschiffen”. So die Aussage der Jury.

9.) U60-Biber (dotiert mit 2000 Euro): In dem Wettbewerb um den besten mittellangen Spielfilm setzte sich der Film „Proxima-B” von Stefan Bürkner gegen seine Konkurrenz durch. Besonders beeindruckend fand die Jury die Leistung des Teams im Hinblick auf das knappe Budget. Daher mutmaßt die dreiköpfige Jury: „Ähnlich ökonomisch und effektiv hat einst auch der Schwabe Roland Emmerich seinen ersten Sciencefiction Filme gebastelt. Vielleicht haben sich in Biberach, bei diesem Festival, seine Nachfolger vorgestellt,“

10.) Ehrenbiber: Ein weiterer Preisträger stand schon vor Beginn des Festivals fest. Regisseur Werner Herzog bekommt für seine Verdienste um den Film und die Biberacher Filmfestspiele den Ehrenbiber verliehen.

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