Das andere Ständchen

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Bereits in den vergangenen Jahren kamen viele Besucher zum Ständchen für verstorbene Kinder und Jugendliche.
Bereits in den vergangenen Jahren kamen viele Besucher zum Ständchen für verstorbene Kinder und Jugendliche. (Foto: Gerd Mägerle)
Redaktionsleiter

Der PG-Spielmannszug und die WG-Trommler spielen am heutigen Samstag ca. 17.45 Uhr an der Ecke Ulmer Straße/Rißstraße ein ganz besonderes Ständchen. Eingeladen hierzu sind besonders betroffene Familien und Freunde, die um ein Familienmitglied oder guten Freund trauern und die im allgemeinen Feiertrubel eine Form suchen, Schützenfest und Gedenken miteinander zu verbinden.

Auslöser für das Ständchen, das es nun bereits zum siebten Mal gibt, war der Unfalltod von Marina Blättchen im Dezember 2011 an dieser Stelle. Sie selbst war im Jahr zuvor Tambourmajorin der PG-Mädels gewesen. Den Mitschülern von Pestalozzi- und Wieland-Gymnasium war es im Folgejahr ein Bedürfnis, mit dem Ständchen an ihre Freundin zu erinnern. Diese Tradition geht auch in diesem Jahr wieder weiter – und das, obwohl die jetzigen PG-Mädels und WG-Trommler Marina Blättchen nicht mehr persönlich kannten.

Ihre Eltern Elvira und Jürgen Blättchen möchten das Ständchen deshalb inzwischen so verstanden wissen, dass Eltern, Familien und Freunde die um ein Kind trauern, bei dem Ständchen herzlich willkommen sind. „Wir wissen, dass die Festfreude für sie nicht mehr wie früher ist. Dieses Ständchen ist ein Innehalten in einem Kreis, in dem man sich aufgehoben, gestärkt und beschützt fühlen darf“, sagt Elvira Blättchen. Und dieser Schutzgedanke passt ja auch zum Schützenfest. Nach dem Ständchen besteht für alle, die es möchten, die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

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