Dachgeschoss und Fassade machen Probleme

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An der Ecke Saudengasse/Danzigbrücke soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.
An der Ecke Saudengasse/Danzigbrücke soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. (Foto: Gerd Mägerle)

Voraussichtlich 2019 soll an der Ecke Saudengasse/Danzigbrücke ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Wie das Gebäude aussehen könnte, damit befasste sich jüngst der Gestaltungsbeirat der Stadt Biberach. Vor allem bei der Fassadengestaltung und der Nutzung des Dachgeschoss waren das beratende vierköpfige Expertengremium aus Architekten und Stadtplanern sowie die Bauherrschaft unterschiedlicher Ansicht.

Derzeit befinden sich auf den Grundstücken östlich des Biberacher Kinos entlang des Ratzengrabens ein ehemaliger Stall sowie eine leer stehende Stadtvilla. Der private Eigentümer, dem der Stall gehört, hat das Nachbargrundstück mit der Villa gekauft. Er plant, beide Gebäude abzureißen und ein Wohn- und Geschäftshaus zu bauen, das in L-Form die Straßenecke umschließt. Wasserrechtlich ist vorgegeben, dass der Neubau einen Abstand von fünf Metern zum Ratzengraben einhalten muss. In einer ersten, nichtöffentlichen Beratung im Gestaltungsbeirat war empfohlen worden, dass das neue Gebäude maximal dreigeschossig sein darf.

Bei der jetzigen Sitzung wurde öffentlich ein Vorentwurf präsentiert, welche Form der Neubau haben könnte. Wie die anderen Ecken dieses Quartiers bereits in früheren Jahrzehnten, werde nun diese Ecke Richtung Landratsamt/Wielandpark und Danzigbrücke ebenfalls durch eine Bebauung geschlossen, erläuterte der planende Architekt.

Er plant das Gebäude im Erdgeschoss mit Gewerberäumen. In den beiden Stockwerken darüber sollen insgesamt fünf, im Dachgeschoss nochmals zwei Wohnungen entstehen. Die notwendigen Stellplätze sollen in einer Tiefgarage geschaffen werden, in die von der Saudengasse her eingefahren wird.

Dach- oder Vollgeschoss?

Im Gestaltungsbeirat stießen vor allem die Wohnungen im Dachgeschoss auf Kritik. Dieses werde wie ein Vollgeschoss und somit eine Art viertes Stockwerk genutzt. Geeinigt habe man sich aber auf eine drei Geschosse. Das Dach könne zwar genutzt werden, aber nicht als vollwertiges Wohngeschoss, argumentierten Gestaltungsbeiräte. So eine Baumaßnahme sei eine hohe Investition, die sich am Ende auch rechnen müsse, setzten Architekt und Bauherr ihre Argumente dagegen.

Ebenfalls kritisierten die Gestaltungsbeiräte die Fassadengestaltung, die sich Richtung Danzigbrücke mit geschlossenen Fensterreihen und Richtung Saudengasse mit „vorgehängten“ Loggien im Entwurf sehr unterschiedlich präsentiert. „Man könnte meinen, es sind zwei verschiedene Häuser“, urteilten die Gestaltungsbeiräte.

Bis zur nächsten Sitzung des Gestaltungsbeirats am 27. Januar 2018 wird der Entwurf nun überarbeitet. Danach, so äußerten sich Vertreter der Stadtverwaltung zuversichtlich, werde man sich über die Gestaltung einig sein. Nach der detaillierten Planung soll das Bauvorhaben ab 2019 umgesetzt werden.

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