Cold Turkey startet im ausverkauften Abdera das Biberacher Rockjahr

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Sorgten im Abdera für ausgelassene Stimmung: die Band Cold Turkey (von links): Otto Hehl, Martin Gratz, Aja Gratz und Rolf Steph
Sorgten im Abdera für ausgelassene Stimmung: die Band Cold Turkey (von links): Otto Hehl, Martin Gratz, Aja Gratz und Rolf Stephan, im Vordergrund die beiden ZZ-Top-Fans. (Foto: Wolfgang Volz)
Schwäbische Zeitung

Mehr als 250 Rockfans haben sich am vergangenen Wochenende auf den Weg ins Biberacher Abdera gemacht, um mit den Lokalmatadoren Cold Turkey wieder einmal das Rockjahr zu beginnen.

Dass es hierbei keine lange Vorlaufphase braucht, war schon nach den ersten Stücken der Band klar. Spätestens bei „Shadow on the wall“ bebten besagte Wände der Kulturhalle vom Mitsingen des Publikums.

Was ist eine Runde mit ZZ-Top Songs ohne lange Rauschebärte? Dass dies gar nicht geht, darüber waren sich Band und Besucher einig, und so fanden sich schnell zwei freiwillige Fans, die, ausstaffiert mit Rauschebärten, Sonnenbrillen und Luftgitarren gekonnt die Bühnenshow bereicherten und so für den ersten Höhepunkt des Abends sorgten, dessen erster Teil mit dem Woodstock-Set von The Who, einem Medley aus Titeln der Rockoper „Tommy“ (Gitarrist Aja Gratz stilecht mit Fransenweste) endete. Davor aber noch pures Gänsehautfeeling als Otto Hehl auf seine unnachahmliche Art den Rod-Steward-Klassiker „I Am Sailing“ interpretiert, und dabei von fast 300 Kehlen unterstützt wird.

Nach der Pause ließen Cold Turkey die Zeit der Glitter- und Glamour Bands wieder aufleben. Titel von The Sweet, T. Rex, Alice Cooper, Slade sorgten sicherlich bei vielen Fans für Jugenderinnerungen. Verdient ins Rampenlicht spielte sich Bassist Rolf „Blocker“ Stephan dann mit einem grollenden Solo-Duett gemeinsam mit Drummer Martin Gratz, bis die Lautsprecher bebten.

War in der Presseankündigung der Veranstaltung von einem Jungbrunnen die Rede, so scheint sich dieser bei den nächsten Titeln zumindest beim Schlagzeuger eingestellt zu haben. Nachwuchsmusiker Paul Gratz legte sich bei Green Day dermaßen ins Zeug, dass er diesmal um eine Zugabe nicht herumkam.

Für viele Fans erreicht ein Konzert mit Cold Turkey den Höhepunkt, wenn Martin Gratz das Instrument wechselt und mit seiner Querflöte den Atem der Lokomotive, den „Locomotive Breath“ durch die Verstärkeranlage des Abdera zischen lässt. Danach, detaillgetreu mit zwölf- und sechssaitiger Doppelhalsgitarre intoniert, die Rock-Hymne „Stairway to Heaven“.

Bei den Abschiedsworten wies Aja Gratz darauf hin, dass eine solche Veranstaltung ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer nicht zu stemmen wäre, und bedankte sich für das mittlerweile 30-jährige kulturelle Engagement der Rockinitiative Biberach.

Das Publikum verlangte jedoch lauthals „more, more, more“, und so durfte dann natürlich ein „AC/DC“ Kracher nicht fehlen. Mit dem ZZ-Top-Titel „Thank You“ fand ein langer, aber abwechslungsreicher und unterhaltsamer Rock-Abend sein Ende.

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