Chor singt hochkarätige geistliche Musik

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„Cantus Firmus“ begeistert unter der Leitung von Verena Gropper (links) in der Friedenskirche.
„Cantus Firmus“ begeistert unter der Leitung von Verena Gropper (links) in der Friedenskirche. (Foto: Günter Vogel)
Günter Vogel

Geistliche Musik ist am Sonntag vom Biberacher Kammerchor „Cantus firmus“ in der Friedenskirche vorgetragen worden. Der Chor ist fein ausgeglichen mit gleicher Zahl an Frauen und Männern. Vor knapp einem Jahr war die künstlerische Leitung von Peter Marx, der das Ensemble 13 Jahre geleitet hatte, an Verena Gropper übergegangen. Jetzt gab es unter der neuen Leiterin ein großes Konzertprogramm. Stilvoll begannen die Sänger mit Johann Sebastian Bach, von dem fünf Werke zu hören waren.

Der Chor begann mit dem Choral „Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiss alle Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal.“ Die Kantate „Mit Fried’ und Freud’ fahr’ ich dahin“, auf einen Text von Martin Luther, schrieb Bach 1725 in Leipzig zum Fest Mariä Lichtmess.

Die Harfenistin Mona Arnold und Christian Prader mit der Querflöte spielten ein Arioso des großen Meisters mit mit schönem, ästhetischen Instrumentalklang.

Ebenfalls für das Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar komponierte Bach 1727 die Kirchenkantate „Ich habe genug“ für Bass und Chor. Christos Pelikanos sang mit klangvollem, angenehm timbrierten Bariton den Solopart. Von allen Kantaten, die Bach für den 2. Februar geschrieben hat, zeichnet „Ich habe genug“ das Bild des von der Erlösung erfüllten Simeon am eindringlichsten. Schließlich vom Großmeister noch die Kantate „O, Du schönes Weltgebäude“.

Johann Michael (der „Gehrener“) Bach war fast 40 Jahre älter als sein berühmter Verwandter. Von ihm hörte man die Kantate „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ nach den Versen 25 und 26 aus dem Buch Hiob. Diese Verse sind häufig vertont worden, unter anderen auch vom großen Johann Sebastian und von Georg Friedrich Händel.

Und ebenfalls vom Johann Michael dann der Chor aus den berühmten Psalm 90: Unser Leben währet siebenzig Jahr, und wenn's hoch kommt, so sind’s achtzig Jahr, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist es Müh und Arbeit gewesen.“ Verena Gropper ist nicht nur Dirigentin, sondern auch studierte Sängerin mit klangschönem Sopran, mit dem sie den Solopart übernahm.

Zurück in die Renaissance: Vom flämischen Komponisten Heinrich Isaac „O Welt, ich muss Dich lassen“ nach dessen Lied „Innsbruck ist muss Dich lassen.“

Das Hauptwerk des Konzertes, Gabriel Faurés „Requiem“, ist anders als manche Requiem-Vertonungen seiner Zeitgenossen. Fauré ist eher ein Kammermusiker, und sein Requiem ist in diesem Geist konzipiert, geschrieben für einen kleinen Chor, Sopran, Bariton und Orgel. Das Requiem wurde im Januar 1888 in der Pariser Kirche Madeleine uraufgeführt. Das Requiem hat die üblichen Sätze wie Kyrie, Agnus Dei, das Sanctus in fast wiegendem Dreiertakt und andere. Im Gegensatz zum traditionellen Ablauf der Messe, und etwa zu Berlioz und Verdi, dramatisiert Fauré das "Dies irae" nicht, beschränkt sich auf die Vertonung von dessen letztem Vers, dem Pie Jesu. Insgesamt war es Faurés sehr überzeugende Absicht, ein friedvolles Bild des Todes zu zeichnen. In vielen Passagen gleiten Moll-Klänge in stimmungsvolle Dur-Akkorde, lassen tröstend das Himmelreich erahnen. Die Solopartie hatten Verena Gropper und Christos Pelikanos übernommen, die Instrumentalisten waren ebenfalls dabei. Den Orgelpart der Werke hatte Ludwig Kibler übernommen.

Wie nicht anders zu erwarten war, hat Verena Gropper das hohe künstlerische und chorgesangliche Niveau von Peter Marx weiter fortgeführt. Man hörte einen einheitlichen und wohl klingenden Chorklang, registerspezifisch fein abgestimmt.

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