Chancen für eine Ausbildung stehen gut

Lesedauer: 6 Min
Als Polizist Verbrecher jagen? Oder doch lieber Gourmet-Menüs kochen? Um Berufe aus ganz unterschiedlichen Bereichen ging es heute bei der Biberacher Bildungsmesse „Future 4 You“. In der Stadthalle und auf dem Gigelberg sind Jugendliche unter anderem mit Vertretern aus Handwerk, der Gastronomie und der Metallindustrie ins Gespräch gekommen.
Tanja Bosch

Tausende junge Menschen haben sich am Freitag bei der 16. Bildungsmesse „Future4You“ in der Biberacher Stadthalle und auf dem Gigelberg informiert. Rund 100 Aussteller präsentierten sich und stellten ihre Ausbildungs- und Studienangebote vor. Neben den Betrieben aus der Region waren auch die Hochschulen und weiterführenden Schulen vor Ort, um mit den Schülern in Kontakt zu kommen. Das Besondere an der Ausbildungsmesse: die interessierten Jugendlichen können sich direkt bei den Auszubildenden, also bei Gleichaltrigen, am jeweiligen Stand informieren.

„Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sehr sich die Betriebe für die Messe ins Zeug legen, sie laden die Schüler noch mehr zum Mitmachen ein“, freut sich Renate Granacher-Buroh, Leiterin des Organisationsteams der „Future4You“. Und auch sonst ist sie mehr als zufrieden: „Ich habe sogar das Gefühl, dass dieses Jahr noch mehr los ist als sonst.“ Das spüren auch die Besucher, es herrscht reges Treiben in der Stadthalle, aber auch in der Gigelberghalle und der Stadtbierhalle ist einiges los.

Miteinander in Kontakt kommen

„Die Future4You ist ein wichtiges Event für die Region und eine gute Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen“, sagt Mathias Auch, Leiter der Agentur für Arbeit Ulm. Bei der Eröffnung sagt er, dass die Chancen für Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt derzeit so gut seien wie schon lange nicht mehr: „Es gibt viele Berufe, die dringend Nachwuchs brauchen. Vor allem im Handwerk, in der Gastronomie und auch in der Pflege gibt es viele Stellen.“

Das kann auch Dominik Maier von der Handwerkskammer Ulm zumindest für seinen Bereich bestätigen: „Die Auftragsbücher sind voll, die Jugendlichen haben hervorragende Chancen auf eine tolle Karriere.“ Sei es bei der Ausbildung, einem Studium oder auch bis in die Selbstständigkeit. „Die Berufswahl ist sehr wichtig, deshalb sollten die Jugendlichen einfach mal machen, einfach mal etwas ausprobieren und nach einem Praktikum fragen“, so Maier. „Denn nur, wenn man den Beruf testet, weiß man auch, ob er der richtige sein könnte.“

Für die 14-jährige Sarah D’Amico aus Warthausen ist die Bildungsmesse jedenfalls sehr hilfreich: „Hier gibt es einige Berufe, die ich vorher nicht kannte.“ Besonders spannend fand sie es man Stand des DRK Biberach: „Ich finde es gut zu wissen, wie man handelt, wenn Menschen etwas passiert und man sie verarzten muss.“ Bei Leonie Endel, die derzeit eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin macht, konnte sie all ihre Fragen loswerden. „Es macht Spaß, andere über meine Ausbildung zu informieren“, sagt die 23-Jährige. „Es ist mir auch wichtig, ihnen die Illusion zu nehmen, dass es nur cool ist, mit dem Blaulicht rauszufahren, denn der Beruf ist psychisch und körperlich schon eine große Herausforderung.“

Am Nachmittag wird’s konkreter

Janette Brüchle aus Rißegg ist gemeinsam mit ihrer Mutter gekommen, um sich verschiedene Berufe und Firmen anzusehen. Ob die Messe hilfreich für die 15-Jährige ist? „Das sehe ich dann, wenn ich eine passende Ausbildung gefunden habe“, sagt sie. Infrage kommen technische Produktionsassistentin, Mediengestalterin, Floristin oder auch Erzieherin. „Wir gehen einfach rum und informieren uns direkt an den Ständen“, sagt Mutter Daniela. „Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, mit so vielen Firmen ins Gespräch zu kommen.“

Thomas Mainusch ist bei der Firma Kavo zuständig für die Ausbildung zum Industriemechaniker und findet es hilfreich, wenn die Jugendlichen mit ihren Eltern zur Messe kommen: „Wenn die Eltern dabei sind, dann sind die Gespräche auf einem ganz anderen Niveau“, sagt Mainusch. Am Morgen, wenn die Schulklassen kommen, bringt das seiner Meinung nach nicht so viel: „Da ist das Interesse lange nicht so hoch wie am Nachmittag.“

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen