Carina ist das „Lieblingsbaby“ der Biberacher

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Rührender Moment bei der Gala: Carina Kühne, Hauptdarstellerin des Films „Be my Baby“, mit dem Schülerbiber der Filmfestspiele.
Rührender Moment bei der Gala: Carina Kühne, Hauptdarstellerin des Films „Be my Baby“, mit dem Schülerbiber der Filmfestspiele. (Foto: Georg Kliebhan)
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Schwäbische Zeitung

Der Debüt-Spielfilm „Be my Baby“ ist der große Gewinner der 36. Biberacher Filmfestspiele.

Bei der Gala am Sonntagabend in der Stadthalle erhielt er sowohl den Publikumsbiber als auch den Preis der Schülerjury. Der goldene Biber als Hauptpreis des Festivals ging an die Komödie „Ein Geschenk der Götter“. Dies, obwohl der Film im Festivalprogramm als „außer Konkurrenz“ laufend gekennzeichnet war und bereits seit Anfang Oktober in deutschen Kinos zu sehen ist.

Festivalintendant Adrian Kutter begründete dies kurz vor der Gala gegenüber der SZ mit einem Druckfehler im Programm. Allerdings war „Ein Geschenk der Götter“ auch in allen Presseinfos vor dem Festival bereits mit „a. K.“ („außer Konkurrenz“) gekennzeichnet. Dies sei falsch übernommen worden, so Kutter. Der Film laufe zwar schon in Kinos, nicht aber in Biberach. Deshalb habe die Preisvergabe ihre Richtigkeit, so der Intendant.

Strahlender Star der von SWR-Mann Jürgen Hörig moderierten Gala, die mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatte, war die Schauspielerin Carina Kühne. Die junge Frau mit Down-Syndrom spielt die Hauptrolle in „Be my Baby“, dem Debütspielfilm von Regisseurin Christina Schiewe. Dafür erhielt sie sowohl den von der Werbegemeinschaft mit 2000 Euro dotierten Publikumsbiber als auch den Schülerbiber, mit 3000 Euro von der Kreissparkasse Biberach dotiert. Carina Kühne konnte ihr Glück gar nicht fassen und strahlte mit dem Biber in der Hand in die Kameras.

Der mit 5000 Euro von der Stadt Biberach ausgelobte „Goldene Biber“ ging an den eingangs erwähnten Film „Ein Geschenk der Götter“ von Oliver Haffner. Er handelt von einer Gruppe Arbeitsloser, die durch ihre Arbeit an einem Theaterstück ihre Motivation und ihren Optimismus zurückgewinnen. Gedreht wurde er am Theater in Ulm.

Österreichischer Krimi gewinnt

Als bester Fernsehfilm wurde „Die Frau mit einem Schuh“ mit dem Fernsehbiber ausgezeichnet. Dieser ist heuer erstmals mit 3000 Euro dotiert – gestiftet vom Produzenten Hans W. Geißendörfer. Der Landkrimi des ORF sei eine liebevolle Milieustudie, spannend und einfach ein großartiger Film, begründete die Jury ihr Urteil. Regisseur Michael Glawogger wird diese Ehrung posthum zuteil. Er ist im April dieses Jahres in Liberia verstorben.

Den Biber für das beste Debüt, dotiert mit 3000 Euro vom Landkreis Biberach, erhielt der Film „Los Angeles“ von Damian John Harper. Er spielt unter gewalttätigen Gangs im mexikanischen Grenzgebiet. Der Regisseur erhielt den Preis in Abwesenheit. Er war bereits auf einem weiteren Filmtermin in Paris.

Den Preis für die beste Dokumentation (3000 Euro, gestiftet von der Firma Liebherr) ging an Douglas Wolfsperger für seinen Film „Wiedersehen mit Brundibar“, der das Thema Holocaust auf besondere Weise thematisiert. „Ich bin gerade völlig platt, damit habe ich nicht gerechnet“, war Wolfspergers erster Kommentar.

„Die Brunnenfrau“ heißt der Preisträger des Kurzfilmbibers, der mit 2000 Euro durch die Film-Commission Ulm dotiert wurde. Regisseurin Julia Finkernagel thematisiert darin die schwierige Arbeit einer Entwicklungshelferin in Afghanistan, die einen Brunnen bauen will.

Den Ehrenbiber des diesjährigen Festivals erhielt der Mitbegründer der Biberacher Filmfestspiele, der Regisseur und Autorenfilmer Reinhard Hauff. Er sei einer der wichtigsten deutschen Filmregisseure, lobte Kutter den seit den 60er-Jahren als Filmemacher arbeitenden Hauff.

Weitere Berichte, Filmkritiken, Fotos und Videos von den Filmfestspielen gibt es unter

www.schwaebische.de/bc-filmfest2014

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