Cara zelebriert irische Volksmusik

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Auch international erfolgreich: die deutsche Irish Folk Band Cara.
Auch international erfolgreich: die deutsche Irish Folk Band Cara. (Foto: Günter Vogel)
Günter Vogel

Die Deutsche Irish Folk Band Cara hat in der Biberacher Stadthalle mit eingängigen irischen Folksongs überzeugt.

Der Bandname kommt aus dem Irischen, bedeutet „Freund“. Cara schreibt mittlerweile elf Jahre Erfolgsgeschichte. Was als deutsche Irish-Folk Band begann, hat sich zu einer der gefragtesten modernsten Bands des Genres mit weitgehend selbst geschriebene Songs und mit internationaler Besetzung entwickelt. Und Cara ist die erste deutsche Irish-Folk-Band, die sich auch in den USA etablieren konnte. Siebenmal schon tourte die Band durch die USA.

„Irish Folk“ ist eine Bezeichnung für die weltweit populäre irische Volksmusik. Im englischsprachigen Raum und insbesondere in Irland spricht man von „Irish Traditional Music“.

Die irische Folkmusik geht auf rhythmische Gesangsstücke zurück, ist seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar. Sie wird zusammen mit der Folkmusik aus Schottland und der Bretagne häufig auch als keltische Musik bezeichnet. Ein tatsächlicher Zusammenhang mit der Kultur der Kelten (etwa 900 bis 50 vor Christus) ist jedoch nicht nachweisbar.

Typisch: die Fiddle

Erst im 18. Jahrhundert kamen die Instrumente hinzu, die den Klang der irischen Folkmusik heute prägen und bei Cara ebenfalls anzutreffen sind. Das waren insbesondere die Fiddle (Geige, Gudrun Walther, auch Knopfakkordeon), Tin Whistle und Flute (Flöten, Hendrik Morgenbrodt), auch Uilleann Pipes (Dudelsack), aber auch das Klavier (Kim Edgar) und seit den 1960er-Jahren Gitarre (Jürgen Treyz). Die ansonsten zugehörige Bodhrán (Irische Rahmentrommel) war hier nicht vertreten.

Die Musiker begannen mit einem eigenen Instrumentalstück „There will be fog“, zuerst elegisch, im Nebel eben, dann rhythmisch deftiger als ungetanzter Gruppentanz. Die Melodie stammt aus dem aktuellsten Cara-Album „Live“ von 2018.

„The House Carpenter“ ist eine beliebte schottische Ballade, 1962 von Joan Baez interpretiert. Wie die Geigerin vorab erzählt und dann die Handlung singt, verführt ein Mann, es ist der Teufel, eine verheiratete Frau und Mutter dazu, Mann und Kind zurückzulassen und mit ihm auf ein Schiff zu kommen. Sie kommt, und der Teufel lässt alle untergehen.

Gruselige Geschichten

Wie Gudrun Walther erzählt, hat die Mehrzahl der irischen Balladen gruselige Texte, die man sich früher gegenseitig erzählte und sich zum Schaudern bracht. Und die Songs sind sehr strophenreich; lange Storys können untergebracht werden.

Die Musik ist stilistisch recht einheitlich. Schnelle Vierviertel- und Sechsachteltaktierungen trieben Melos und Handlung voran, halten in sehr individuellen Instrumentierungen ständig die Spannung. Der Grundrhythmus gleichermaßen trägt die unterschiedlichen Stimmungen wie Heiterkeit, etwa das Lied vom Seemann, der glücklich nach Hause zurückkehrt (eher selten) und Düsternis (schon häufiger).

Die Lieder handeln von Menschen, vom Meer, der Seefahrt, vom Wetter und von Landschaften. Gudrun Walther erzählte, dass sie im Sommer in Lappland war, und dort entstand ihr stimmungsvoller „Midnight Song.“ Und die Geigerin animierte auch das Publikum zum rhythmischen Mitklatschen. Die Gäste machten gerne mit, das hob die Stimmung. Fast 20 Songs gestalteten einen abwechslungsreichen Abend.

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