Bruno und Mila besuchen schwerkranke Patienten

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Professor Christian von Tirpitz, Anja Oswald und Ines Hinz von Paradogs und Kirsten Beckmann (v.l.) mit Bruno und Mila.
Professor Christian von Tirpitz, Anja Oswald und Ines Hinz von Paradogs und Kirsten Beckmann (v.l.) mit Bruno und Mila. (Foto: Sana)
Schwäbische Zeitung

Bruno und Mila heißen die neuen Teammitglieder auf der Palliativeinheit des Biberacher Sana Klinikums. Ab August werden die ausgebildeten Therapiehunde zusammen mit Hundetrainerin Anja Oswald im Rahmen einer tiergestützten Therapie in der palliativen Behandlung eingesetzt. Dabei sollen die Tiere den Patienten nicht nur Abwechslung zum Klinikalltag spenden: Die zahlreichen positiven Auswirkungen auf Körper und Geist sind ein Grund, warum Therapiehunde immer häufiger auch in Krankenhäusern eingesetzt werden.

Seit acht Jahren versorgt eine Palliativeinheit in der Medizinischen Klinik des Biberacher Sana Klinikums schwerkranke Menschen in der letzten Lebensphase. Im Durchschnitt verfügt die Einheit über acht Betten und behandelt jährlich rund 170 Patienten – Tendenz steigend. Menschen bis zu ihrem Tod zu begleiten und ganzheitlich medizinisch zu versorgen, ist Teil der Tätigkeit des interdisziplinären Teams aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten und Seelsorgern. Die Behandlung zielt dabei in erster Linie auf die Linderung der akuten Beschwerden sowie die Verbesserung der Situation in dieser oftmals sehr intensiven Lebensphase ab.

Einen weiteren Weg im Bereich der palliativen Behandlung schlagen die Sana Kliniken nun mit der tiergestützten Therapie ein.

Kirsten Beckmann, Fachärztin für Innere Medizin und Palliativmedizin, übernimmt die Koordination im Haus. Ausschlaggebend für das Engagement war der Austausch im Rahmen der sanaweiten Fachgruppen: „Die Erfahrungen der Kollegen waren durchweg positiv, insbesondere im Hinblick auf das subjektive Wohlbefinden der Patienten, das gerade im Bereich der Palliativmedizin besonders im Mittelpunkt steht“, erklärt Beckmann. „Unsere Patienten sind oftmals in sich gekehrt und machen vieles mit sich selbst aus. Zudem haben sie häufig mit therapiebedingten Nebenwirkungen zu kämpfen. Von der Begegnung und insbesondere auch dem direkten Körperkontakt mit den Therapiehunden verspreche ich mir vielfältige positive Effekte – sowohl auf physischer, psychischer als auch auf sozialer Ebene. Dies geht so weit, dass durch die Ausschüttung von Endorphinen sogar das Schmerzempfinden in einem bestimmten Rahmen positiv beeinflusst werden kann.“ Therapiehunde werden so schon seit einigen Jahren in vielen Krankenhäusern und Altersheimen eingesetzt. Wissenschaftliche Studien bestätigen den positiven Effekt, den Tiere auf Patienten haben können.

Umgesetzt wird die tiergestützte Therapie in Zusammenarbeit mit dem Therapiehundezentrum Para-dogs aus Emerkingen. Die Therapiehunde, die mit einem Brustgeschirr als solche gekennzeichnet sind, sind speziell ausgebildet und haben mehrere Prüfungen erfolgreich bestanden. Alle Hunde werden darüber hinaus regelmäßigen veterinärmedizinischen Untersuchungen unterzogen und verfügen über ein Gesundheitszeugnis. Zudem hat das Zentrum einen Hygieneplan erarbeitet, der den Einsatz der Hunde aus hygienischer Sicht regelt und die Einhaltung der strengen Vorschriften eines Krankenhausbetriebes sicherstellt.

Der Ablauf der Therapie ist dabei sehr individuell und wird entsprechend auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten. Neben Einzelsitzungen können bei Bedarf auch Gruppentherapien durchgeführt werden.

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