Bruno-Frey-Kulturpreise verliehen: Zwölf Projekte mit insgesamt 25.000 Euro ausgezeichnet

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 Der Geschäftsführer der Bruno-Frey-Stiftung, Wolfgang Kempfle (l.), überreichte Ingrid Gerster und ihrem Team vom Tafelladen de
Der Geschäftsführer der Bruno-Frey-Stiftung, Wolfgang Kempfle (l.), überreichte Ingrid Gerster und ihrem Team vom Tafelladen den Bruno-Frey-Sozialpreis. (Foto: Helmut Schönecker)
Helmut Schönecker

Mehr als 200 Teilnehmer von zwölf Projekten sind mit dem Bruno-Frey-Kulturpreis 2019 ausgezeichnet worden. Vertreter der Gewinnerprojekte nahmen die Preise am Freitag im Heinz-H.-Engler-Forum in Biberach vor zahlreichen geladenen Gästen aus den Händen der Stiftungsvertreter und Jurymitglieder entgegen. Jörg Hochhausen sprach als Vorsitzender des Stiftungsvorstands den jungen Künstlern aus den Sparten Theater, Musik und Literatur ein großes Dankeschön für ihren Mut zur Teilnahme aus. Der Preis wurde 2019 zum zweiten Mal verliehen.

Aus insgesamt 22 Bewerbungen wählte eine fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz des Laupheimer Musikschulleiters Richard Brenner die Gewinner aus – teilweise in durchaus kontroversen Diskussionen, wie das launig moderierende Jurymitglied Corinna Palm anmerkte. Die Preisübergabe wurde durch die Preisträger selbst mit Musikbeiträgen und unterhaltsamen Einlagen kurzweilig aufbereitet.

Drei Theaterprojekte vornedran

Die höchstdotierten Einzelpreise mit jeweils 2500 Euro gingen dieses Jahr an drei Theaterprojekte. Die prämierten und durch die Verantwortlichen in Wort und Bild kurz vorgestellten Projekte entstanden an der Waldorfschule Biberach, im Biberacher Verein „Theater-Tonne“ sowie an der Federseeschule Bad Buchau. Mit dem Theaterstück „Radikal reduzierter Wahnsinn“ nahmen die Waldorfschüler die heutige Konsumgesellschaft mit 27 in einem Supermarkt angesiedelten Spielszenen kritisch in den Blick. Die jungen Künstler der „Theater-Tonne“ brachten und bringen in einem umgebauten Bauwagen als Wanderbühne ihr buntes Programm auf die Straße. Das Buchauer Projekt widmete sich dem historischen Regio-Drama „Hexenkinder“ in vier Akten frei nach dem Buch „Die Vogelmacherin“ von Eveline Hasler; es dreht sich um zwei im 17. Jahrhundert wegen Hexerei angeklagte Geschwister.

Die brillante Musicalaufführung „Hairspray“ der Dollinger-Realschule, die beeindruckende konzertante Messe „The Armed Man – A Mass for Peace“ des Pestalozzi-Gymnasiums sowie das in Buchform gebrachte Workshop-Projekt „Glückstexte“ nach Sophie La Roche von der Wieland-Stiftung wurden jeweils mit 2000 Euro aus der Hand von Wolfgang Kempfle ausgezeichnet.

Jeweils 1500 Euro gingen schließlich an Nick Arnhold für sein Drehbuch „Rotbuch“, an das Duo „InVi“ aus Ralf Salomon und Laura Strahl für den Song „Till The End“, an die Sechstklässler der Bischof-Sproll-Realschule für die Theateraufführung „Momo“ nach Michael Endes gleichnamigem Roman, an die „Poetry Academy“ des „KultuReservoirs“ Biberach, an das Kunstprojekt „Ein Schloss für Picasso“ der Grundschule Mittelbiberach sowie an den rappenden Schulchor der Schwarzbachschule.

Ein Förderpreis über 500 Euro ging an den jungen Komponisten Michael Kaspar für das Musical „Die Stimme der Musik“.

Außerdem übergab Geschäftsführer Wolfgang Kempfle im Auftrag der Stiftung zusätzlich den mit 1000 Euro dotierten Bruno-Frey-Sozialpreis an Ingrid Gerster für die Gründung und den Betrieb des Tafelladens Biberach; sie bedankte sich ihrerseits bei ihren 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern, ohne die der Betrieb nicht möglich wäre.

Ein Bonbon für die Musikschule

Den größten Batzen des Abends überreichte schließlich Wolfgang Reichel, der Vorsitzende des Beirats der Bruno-Frey-Stiftung, an die im Jahr 1989 ebenfalls von Bruno Frey gegründete Musikschulstifung, um vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase deren Kapitalstock zu erhöhen. Alt-OB ClausWilhelm Hoffmann und die Musikdirektoren Peter Marx und Andreas Winter als Vertreter der Bruno-Frey-Musikschulstiftung erhielten zum 30-jährigen Bestehen einen Scheck über 100 000 Euro als Zustiftung von der Bruno-Frey-Stiftung.

In seinen Schlussworten sprach Hochhausen allen Beteiligten noch mal seinen ausdrücklichen Dank aus und eröffnete für alle Preisträger und Gäste das Büfett, um den Abend in guter Stimmung ausklingen zu lassen.

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