Blue Gallery beeindruckt mit faszinierender Kunst

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Schwäbische Zeitung

Die Vernissage zum „Township Art Project“ in der Blue Gallery hat am Samstagabend mehr als 700 Menschen an der Breslaustraße in Biberach zusammengeführt. Es ging um Kunst, das Leben an anderen Orten, um den Zusammenhalt in einer Gemeinschaft, die Freude an Musik und noch viel mehr.

Drei Männer haben sich Anfang des Jahres nach Südafrika, in die Nähe von Kapstadt, aufgemacht, um sich ihren Leidenschaften, dem Sprühen und Fotografieren, hinzugeben. Entstanden ist ein beeindruckendes Projekt, das Florian Kaiser, Daniel „Daschu“ Schuster und Benno Heller nun mit den Menschen in Biberach teilen. „Ich bin so überwältigt, wie viele Leute gekommen sind, es ist der Wahnsinn“, sagt Künstler Daschu. „Es ist cool, dass unser Projekt so gut ankommt.“

„Wir sind so mega happy, dass das Herzblut honoriert wird, das wir reingesteckt haben“, freut sich auch Fotograf Benno Heller. Von ihm stammen die Bilder, die in der Blue Gallery ausgestellt sind und für ein weiteres soziales Streetartprojekt in Südafrika verkauft werden. Auch Florian Kaiser hätte niemals mit einer solchen Resonanz gerechnet: „Wir dachten, wir machen eine kleine Ausstellung und jetzt ist das hier so eine Riesen-Party geworden.“

Denn neben der Kunst stand am Abend der Vernissage auch ganz viel Musik im Vordergrund. Sänger Fabio Battista gab seine Songs an der Gitarre zum Besten, die Drummer von Habama Music heizten dem Publikum so richtig ein und weiter ging die Party schließlich mit DJ T-Rex, Chelo von SAM und DJ So-Smoove. Während die einen Gäste in den Ausstellungsräumen tanzten, feierten die anderen draußen und ließen sich afrikanisches Essen schmecken.

„So eine Party hat in Biberach echt mal wieder gefehlt. Es ist eben doch nicht wahr, dass hier nichts geht, es engagieren sich nur zu wenig Leute so sehr“, sagt Magdalena Fissel. Denn das ehemalige Guter-Gaupp-Gebäude in eine Ausstellungshalle zu verwandeln war harte Arbeit. Die Künstler haben mit vielen fleißigen Helfern die Wände herausgebrochen, gestrichen, gemalt, sich um eine passende Lichtinstallation gekümmert, einen Raum für eine Videoleinwand aus Pappkartons kreiert und ein DJ-Pult aufgestellt. „Die Arbeit hat sich mehr als gelohnt“, freut sich Daniel Schuster. Denn eigentlich hätte das Gebäude an der Breslaustraße schon längst abgerissen werden sollen, um dem neuen Jugendhaus Platz zu machen, „zum Glück durften wir es davor umgestalten“, sagt Florian Kaiser.

Das perfekte Jugendhaus?

Dass das Gebäude eigentlich schon das perfekte Jugendhaus wäre, dachten an diesem Abend viele Gäste. „Es ist so schade, dass es solche Partys hier nicht öfters gibt“, sagt Susanne Schlappa. „So etwas fehlt in Biberach.“ Auch Andreas Schröder ist begeistert: „Diese Location ist für eine solche Veranstaltung perfekt. Eigentlich schade, dass das Gebäude abgerissen wird.“ Die Ausstellung findet der 43-Jährige „unglaublich“: „Die Mischung aus klassischer Kunst mit Streetart, und dann noch in diesen Räumen, macht die Ausstellung perfekt.“ Er hat sich an diesem Abend ein Bild und das Buch, in dem das ganze Projekt beschreiben ist, gekauft. „Ich will die Jungs unterstützen und freue mich sehr auf das nächste Projekt.“

Dass es eine Fortsetzung des „Township Art Projects“ gibt, steht bereits fest. „Wir werden wieder nach Südafrika in dasselbe Township gehen, aber es wird anderes, ein bisschen grafischer und bunter“, verrät Florian Kaiser.

Wer die Ausstellung sehen möchte, hat dazu sonntags bis 13. September, jeweils von 14 bis 20Uhr, Gelegenheit. Am Kulturparcours, 18. September, ist das Gelände an der Breslaustraße von 19 bis 23 Uhr geöffnet. Weitere Infos auch im Internet unter

www.facebook.com/townshipartproject

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