Biberacher wandert nach Melbourne aus – und macht dort jetzt Uhren

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Aktuell arbeite Moritz Steinröder noch im Uhrengeschäft, bald muss er sich etwas anderes suchen.
Aktuell arbeite Moritz Steinröder noch im Uhrengeschäft, bald muss er sich etwas anderes suchen. (Foto: Privat)

Es hat sechs Jahre gedauert, bis sich Moritz Steinröder seinen Traum erfüllt hat: eines Tages in Australien zu leben. Vor zehn Monaten ist der 29-jährige Biberacher in Melbourne angekommen und genießt sein Leben. Als Uhrmacher verdient er dort momentan sein Geld. Wie es in Zukunft weitergeht, weiß Moritz Steinröder noch nicht: „Wahrscheinlich erstmal ein bisschen reisen, hier gibt es so viel zu entdecken.“

Im Oktober läuft sein Work-and-travel-Visum aus, ein neues hat er bereits beantragt: „Ich will auf keinen Fall im Dezember in Deutschland Schneeschippen.“ Der Lifestyle in der knapp Fünf-Millionen-Einwohner-Metropole gefällt Moritz Steinröder ganz gut: „Ich lebe hier in einer coolen Stadt, der Strand ist direkt vor der Haustür und es gibt immer was zu sehen. Außerdem sind die Menschen hier sehr offen und richtig gechillt.“ Deshalb sieht es der 29-Jährige auch relativ entspannt, dass er bereits in einer Woche seinen Job als Uhrmacher aufgeben muss. „Man darf nur sechs Monate bei einem Arbeitgeber bleiben.“

Aktuell arbeite Moritz Steinröder noch im Uhrengeschäft, bald muss er sich etwas anderes suchen.
Aktuell arbeite Moritz Steinröder noch im Uhrengeschäft, bald muss er sich etwas anderes suchen. (Foto: Privat)

Die nächste Herausforderung wartet also bereits auf den Biberacher. „Ich mache mir aber keine Sorgen, irgendwas findet man hier immer. Das ist ganz anders als in Deutschland.“ Als er in Australien landete, hat es rund drei Wochen gedauert, bis er seinen ersten Job hatte. „Das war auf einem großen Bauernhof mit rund 1800 Kühen.“

Viel Zeit zum Nachdenken

Acht Stunden am Tag saß Moritz Steinröder mit einem Traktor und verteilte auf den Feldern Heuballen. So ganz allein in der Einöde hatte er viel Zeit zum Nachdenken. „Klar, da überlegt man sich schon, ob das die richtige Entscheidung war und hinterfragt alles mögliche“, sagt er. „Aber dann bin ich wieder auf irgendwelchen Festivals unterwegs, treffe mich mit Freunden, liege am Strand und dann weiß ich, es war der richtige Schritt, hierherzukommen.“

Erst vor Kurzem hat Moritz Steinröder seiner Familie und Freunden einen Besuch in Biberach abgestattet. „Ich bin stellvertretender Vorsitzender im BMX-Verein und hatte versprochen, zum Flight Club zu kommen“. Sein Versprechen hat er eingehalten und die Zeit in seiner Heimat genossen. „Ich habe mich aber auch wieder gefreut, im Flugzeug zu sitzen.“

„Eigentlich wollte ich nicht in meinem Beruf hier arbeiten, sondern die typischen Backpacker-Jobs annehmen.“

Momentan ist er in Melbourne als Uhrmacher tätig. Das hat er auch gelernt, der 29-Jährige ist Uhrmachermeister. „Eigentlich wollte ich nicht in meinem Beruf hier arbeiten, sondern die typischen Backpacker-Jobs annehmen“, sagt Moritz Steinröder. Das Angebot sei purer Zufall gewesen und zu gut, um es abzulehnen.

Vor fünf Monaten hat er für einen Uhrenliebhaber eine Werkstatt aufgebaut. „Er selbst hat einen Laden, in dem er gebrauchte Uhren verkauft. Das ist aber nur sein Hobby“, erzählt Moritz Steinröder. „Dazu wollte er einen Reparaturservice anbieten und weil er sich nicht auskennt, habe ich das übernommen.“ Es sei auf jeden Fall spannend gewesen, einen Laden in einem anderen Land mitaufzubauen, „ohne selbst Geld reinstecken zu müssen“. Jetzt freut sich der Biberacher auf die nächste Herausforderung, die ihn in Melbourne erwartet.

Moritz Steinröder genießt sein sonniges Leben in Melbourne.
Moritz Steinröder genießt sein sonniges Leben in Melbourne. (Foto: privat)
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