Biberacher Verein unterstützt Berufsschüler in Ghana

In speziellen Kursen lernen die Berufsschüler des Don Bosco Technical Intitute im ghanaischen Sunyani den Aufbau von Solaranlage
In speziellen Kursen lernen die Berufsschüler des Don Bosco Technical Intitute im ghanaischen Sunyani den Aufbau von Solaranlagen zur Stromversorgung. (Foto: Fotos: privat)
Redaktionsleiter

Strom aus Solarenergie ist in Deutschland ein großes Thema in der Energiewende, in Ghana ist es für abgelegene Dörfer eine existenzielle Angelegenheit. Der Arbeitskreis Entwicklungpolitik (AKE) Biberach unterstützt deshalb seit einigen Jahren den Ausbau des Berufsausbildungszentrums Don Bosco Technical Intitute (DBTI) in Sunyani im Westen Ghanas, wo es seit Kurzem eine spezielle Ausbildung im Bereich Solarenergie gibt. Aufgebaut wurde das Zentrum von der Nichtregierungsorganisation Don Bosco Mondo. Dafür erhält der AKE Unterstützung aus der SZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“.

Zustande kam der Kontakt zum Hilfsprojekt in Ghana für den AKE durch die Biberacherin Kathrin Drews, die fünf Jahre lang als Referentin für Don Bosco Mondo gearbeitet hat, Mitglied im AKE ist und das Projekt in Sunyani vor Ort selbst bereits kennengelernt hat. Rund 600 Jugendliche und junge Erwachsene absolvieren dort eine Ausbildung, unter anderem in den Bereichen Landwirtschaft, Elektroinstallation, Schreinerei, Gebäudetechnik, Catering, Computertechnik oder Grafikdesign.

Innerafrikanische Zusammenarbeit

Das neueste Projekt ist nun, die Elektroinstallateurinnen und Elektroinstallateure im Bereich Solarenergie weiterzubilden. „Der deutsche Salesianer-Bruder Christoph Baum ist ein Experte für Solarenergie und hat in Äthiopien bereits Fachkräfte ausgebildet“, sagt Kathrin Drews. „Mit einigen von ihnen ist er nun nach Ghana gekommen und hat in der Hauptstadt Accra weitere Trainer ausgebildet, die nun auch an unserem Ausbildungszentrum in Sunyani tätig sind.“ Gerade eine solche innerafrikanische Zusammenarbeit sei absolut unterstützenswert, sagt AKE-Vositzender Alfons Siegel aus Maselheim.

In den Kurzzeitkursen zur Solarenergie lernen die Schüler nicht nur die Theorie, sondern auch den Aufbau solcher Anlagen in der Praxis. Die Inhalte seien zugeschnitten auf die lokale Wirtschaft, sodass es den jungen Menschen möglich sei, einen Arbeitsplatz zu finden und für ihr Auskommen zu sorgen, sagt Drews.

Stromversorgung ist teuer und unzuverlässig

Durch die von den Schülern installierten Solaranlagen profitiert auch das Ausbildungszentrum in Sunyani, das seine Stromrechnung drastisch reduzieren konnte. „Die Stromversorgung in Ghana ist teuer und nicht immer zuverlässig“, so Drews. Auch für ländliche Regionen sei Solarenergie eine effiziente und preiswerte Art der Stromversorgung, weshalb die Azubis aus Sunyani gute Berufsaussichten hätten.

20 bis 25 Schülerinnen und Schüler besuchen die Zusatzkurse für Solarenergie. Mit weiteren Spenden sollen diese fortgesetzt werden. Bislang haben zwei Kurse ihre Abschlüsse absolviert. „Die Kursbesten waren beide Male junge Frauen im Alter von 16 und 18 Jahren“, sagt Drews. „Das ist ein tolles Signal, weil ich anfangs immer hörte, dass es Frauen in technischen Berufen eher schwer haben.“

AKE leistet auch Corona-Soforthilfe in Europa

Da die Solarenergie auch zur Verminderung des CO2-Ausstoßes beitrage, finde er es sehr bemerkenswert, dass gerade ein Land wie Ghana sich hier engagiere, sagt Siegel.

Neben der Unterstützung des Ausbildungszentrums in Sunyani will der AKE mit der Spende aus der SZ-Weihnachtsaktion auch wieder Corona-Soforthilfeprojekte in Europa und in aller Welt unterstützen. „Wir fördern unter anderem auch Initiativen zur globalen Impfgerechtigkeit“, sagt Siegel. „Das erscheint mir wichtig, vor allem wegen der Mutationen des Virus. Der Impfegoismus der reichen Länder wird sonst zum Bumerang.“

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