Biberacher verabschieden Koepff mit Gottesdienst

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 Helger Koeppf hält in der Stadtpfarrkirche St. Martin seine letzte Rede als evangelischer Dekan des Kirchenbezirks Biberach.
Helger Koeppf hält in der Stadtpfarrkirche St. Martin seine letzte Rede als evangelischer Dekan des Kirchenbezirks Biberach. (Foto: Günter Vogel)
Günter Vogel

Der Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Biberach Hellger Koepff ist, nach mehr als 16 Jahren im Dienst, mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Martin verabschiedet worden.

Mit einem Orgelvorspiel von Gaetano Piazza zog die Geistlichkeit in die Kirche ein. Voran die Prälatin Gabriele Wulz mit den evangelischen Seesorgern Dekan Hellger Koepff und Stadtpfarrer Ulrich Heinzelmann.

Auch die katholischen Pfarrer Dekan Siegmund Schänzle, Stadtpfarrer Sebastian Ruf, dazu Pfarrer Peter Schmogro von der Friedenskirche und weitere evangelische Geistliche kamen, um ihren Kollegen Koepff zu verabschieden.

„Wie Weihnachten und Schützen“

Es war ein stil- und würdevoller Gottesdienst, der nach einem Lied der Gemeinde mit dem Psalm 105, mit dem Gott für seine großen Taten gedankt wird, begann. Diesem folgte ein stilles Gebet mit Ulrich Heinzelmann sowie “Kyrie“ und „Gloria“ aus der „Deutschen Liturgie“ von Mendelssohn.

Anschließend wurde aus dem siebten Kapitel des Johannes-Evangelium, das über Jesus auf dem Laubhüttenfest berichtet, gelesen.

Nach einem weiteren Lied von Chor und Gemeinde predigte Hellger Koepff über den Satz aus dem ersten Buch des Propheten Samuel, in dem dieser von Gott gerufen wird: „Rede, denn Dein Knecht hört.“ Dekan Koepff blickte in die gefüllte Kirche und sagte: „Das ist ein Anblick wie Weihnachten und Schützen zusammen.“

Der scheidende Dekan sprach darüber, wie Samuel von Gott als Prophet Israels beauftragt wurde, und schilderte, wie er selbst daraus Glaubenswahrheiten und geistige Erfahrungen gewann. „Wie sehr brauchen wir dieses Hinhören heute?

Wir tun uns schwer, offene Ohren für einen guten Dialog zu haben, Lösungen für dieses Leben zu suchen“, so Koepff. In seiner Ansprache erinnerte Hellger Koepff auf die Notwendigkeit des Zuhörens. „Hörend hoffen wir auf Gottvertrauen.

Und wenn wir hören, werden wir empfänglich auf Gottes Möglichkeiten.“ Nach mehr als 16 Jahren Dienst als Dekan beendete Koepff seine Rede mit den Worten: „Freiheit ist das Kind der Hoffnung, zu der sind wir berufen.“

Nach einem dreistimmigen Kanon der Gemeinde auf einen Text aus der Apostelgeschichte „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen“, erfolgte die offizielle Verabschiedung des Dekans aus seinem Amte durch Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm.

„Du bist zwar älter geworden, aber neugierig und wach geblieben, warst nie starr, hast immer Neues versucht. Du hattest immer ein klares Wort, bereit zum energischen Intervenieren. Du bist uns in vielem ein Vorbild gewesen“, sagte Prälatin Wulz in ihrer Ansprache über Koepff.

Dem „Sanctus“ von Mendelssohn folgten die Abendmahlsfeier, die Fürbitten und das „Vater unser“ der Gemeinde.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatte die Kirchengemeinde zu einem Empfang in das Martin-Luther-Gemeindehaus geladen, dem viele Gäste folgten.

Abschiedsgeschenk der Kollegen

Oliver Nägele, Vorsitzender der Kirchenbezirkssynode Biberach, Landrat Heiko Schmid, Oberbürgermeister Norbert Zeidler, Dekan Schänzle als christlicher Glaubensbruder und Vertreter der Katholischen Kirche, Ulrike Werthmann von der Biberacher Gesamtkirchengemeinde sowie zwei Vertreter der Kirchenjugend hielten eine Rede zur Verabschiedung Hellger Koepffs.

Sie alle würdigten in emotionalen und auch humorvollen Worten Hellger Koepff, der mit 65 Jahren in den Ruhestand geht.

Ein besonderes Geschenk hatten sich mehr als 20 Pfarrerkollegen aus den umliegenden Gemeinden ausgedacht: Sie schenkten ihm ein Zehnjahres-Abonnement des Ummendorfer Freibads. Und jeder sang zur Melodie der „Schwäb´schen Eisenbahne“ ein Versle über seine Gemeinde.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von den Kantoreien Biberach und Riedlingen unter Ralf Klotz und Jürgen Berron. Zudem spielte der Posaunenchor Biberach und Bezirk unter Leitung von Katharina Bickel.

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