Biberacher Studenten räumen Preise ab

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Schwäbische Zeitung

Landes- und Bundesstraßen in Baden-Württemberg vernetzt planen und ausführen sowie die Bauvorhaben digital modellieren, kombinieren und erfassen: Bereits zum zweiten Mal hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) den sogenannten BIM-Award an Studierende von Hochschulen aus Baden-Württemberg verliehen, die an der „Virtuellen Akademie A6“ beteiligt sind. Ausgezeichnet werden herausragende Arbeiten rund um das Themenfeld „Building Information Modeling“ (BIM). Die Methode steht für ein komplett digitales und virtuelles Planungs-, Umsetzungs- und Monitoringverfahren beim Bauen. Insgesamt 110 Studierende haben mit 13 verschiedenen Beiträgen an dem Wettbewerb teilgenommen. Die Studierenden der Hochschule Biberach (HBC) waren besonders erfolgreich – ihre Arbeiten wurden mit dem ersten und dritten Platz ausgezeichnet.

Prämiert wurde eine Gruppe von Masterstudierenden der HBC rund um Ludwig Schwarz, die ihr Projekt „Digitales Bauen einer sanierungsbedürftigen Grundschule“ eingereicht hatte. Für ihr Projekt hat sich die Gruppe aus dem Studiengang Bau-Projektmanagement intensiv mit der Mittelberg-Grundschule in Biberach befasst und das Gebäude in einem mehrdimensionalen, digitalen Modell abgebildet. Auch die Thesis des Biberacher Masterstudenten Tobias Müller zum Thema „BIM zur Überzeugung der Entscheidungsträger für ein Ruderleistungszentrum“ wurde prämiert. Weitere Preise gingen an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an die Hochschule Karlsruhe (HsK) und an die Universität Stuttgart.

In seinem Grußwort lobte der Minister die innovativen Ansätze der Masterarbeiten und hob die Vorteile der BIM-Methode hervor: „Zwei der ausgezeichneten Arbeiten haben die Beteiligung der Öffentlichkeit in den Blick genommen und aufgezeigt, wie dank der virtuellen Darstellungen Bürgerinnen und Bürger sehr viel früher und besser informiert werden können. Vor allem bei Großprojekten kann dies zur Versachlichung und Befriedung beitragen. Auch Entscheider tun sich mit ihren Entscheidungen leichter, wenn sie eine konkrete visuelle Vorstellung vom Projekt haben. Beim Thema Nachhaltigkeit im Straßenbau kann die BIM-Methode punkten, da sich dank der digitalen Planungsmethode die Bauqualität wesentlich verbessert.“

Hermann bekräftigte das Landesziel, wonach mittel- bis langfristig sämtliche Baumaßnahmen in Baden-Württemberg in allen Planungs- und Bauphasen BIM-unterstützt abgewickelt werden: „Die neuen Ideen und Verfahren von heute werden morgen die Zukunft im Infrastrukturbau sein und auch da sind wir in Baden-Württemberg ganz vorne.“

Für die Hochschule Biberach und den Studiengang Bau-Projektmanagement hat der BIM-Award der „Virtuellen Akademie A6“ eine besondere Bedeutung, denn er ermöglicht es studentische Arbeiten in den direkten Wettbewerb zu anderen Hochschulen und Universitäten zu setzen. „Dass wir hier neuerlich mit einem ersten und einem dritten Platz punkten können, zeigt, dass wir in Biberach auf dem richtigen Weg sind“, so Professor Christof Gipperich, unter anderem wissenschaftlicher Leiter des BIMlab der Fakultät Bauingenieurwesen und Projektmanagement.

Der von Hochtief PPP Solutions initiierte BIM-Award wurde bereits zum dritten Mal an Studierende der an der „Virtuellen Akademie A6“ beteiligten Hochschulen vergeben. Zum zweiten Mal in Folge hat Verkehrsminister Hermann die Schirmherrschaft übernommen. In diesem Jahr hat die Johann Bunte Bauunternehmung zusätzliche Mittel für die Preisträger zur Verfügung gestellt. Der Jury gehörten Professor Herrmann Hütter (Hochschule Karlsruhe) und Professor Christof Gipperich (Hochschule Biberach) sowie Alexander Hofmann (Hochtief) an.

Anhand von Exposés hatte die Jury die Auswahl der Preisträger zunächst eingegrenzt und die Studierenden zu einem Workshop eingeladen, der diesmal an der Hochschule für Technik in Stuttgart stattfand. Dort hatten die Studierenden die Möglichkeit, einem ausgewählten Fachpublikum und den Juroren ihre Arbeiten anhand einer Präsentation vorzustellen. Die Wertung der eingereichten Abschluss- und Studienarbeiten erfolgte schließlich auf Basis der Exposés sowie der Vor-Ort-Präsentationen

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