Biberacher Studenten erhalten Hilfe zur Selbsthilfe

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Studenten der Hochschule Biberach bekommen über das Studium hinweg Unterstützung, sofern sie diese benötigen.
Studenten der Hochschule Biberach bekommen über das Studium hinweg Unterstützung, sofern sie diese benötigen. (Foto: HBC/Stefan Sättele)
Schwäbische Zeitung

Der Start in ein Hochschulstudium ist ein Neustart: „Nicht selten sind Studienanfänger im System Hochschule zunächst überfordert und scheitern an dieser Orientierungslosigkeit“, stellt Professor Norbert Büchter, Prorektor für Lehre an der Hochschule Biberach (HBC), immer wieder fest. Viele Studienanfänger benötigten Unterstützung, „um ein passendes Verständnis ihres Studiums und der neuen Rolle zu gewinnen“. Hier setzt die HBC mit einem weiterentwickelten Konzept an, das zum Sommersemester startet.

Dabei folgt die HBC der Idee, ihre Studenten kontinuierlich zu begleiten. Angeboten wird eine Starter-Woche, ein Programm zur gedehnten Studiendauer und ein Service-Point als zentrale Anlaufstelle. Für die Umsetzung erhält die HBC eine Förderung des Landes. Rund 260 000 Euro für zwei Jahre aus dem Fonds „Erfolgreich Studieren in Baden-Württemberg“ fließen nach Biberach. „Eine wichtige Unterstützung für das Vorhaben“, so Büchter, denn die finanzielle Grundausstattung von Hochschulen für angewandte Wissenschaften würden solche Konzepte nicht abdecken. Aus Sicht von Büchter ist es wichtig, dass derartige Konzepte seitens des Landes künftig dauerhaft finanziert werden.

Das Konzept „Kompetenzentwicklung als Kontinuum“ (kurz „K2“) baut auf bestehende Angebote auf, die bereits in der Vergangenheit durch das Land gefördert worden waren.

Das Programm erstreckt sich über alle Phasen des Studiums“, erläutert Jennifer Blank, wissenschaftliche Leiterin des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung, in dem die sogenannte Studieneingangsphase angesiedelt ist.

Blank und ihr Team haben das Konzept entwickelt und dabei weitere Herausforderungen berücksichtigt. Denn, erläutert die Didaktik-Expertin, die Hochschule müsse auch auf Anforderungen der „zunehmenden Heterogenität der Studenten“ reagieren. Studienbeginner bringen unterschiedliche schulische Lebensläufe mit, was sich fachlich insbesondere in den Mint-Fächer ausdrücke.

Keine Einzelprojekte

Dieser Bereich – also etwa die Fächer Mathematik, Physik oder auch Chemie – bedarf „gerade in der Studieneingangsphase einer erhöhten Aufmerksamkeit“, so Blank. Ziel des Projekts sei es, diese mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenz zu fördern, aber auch Hilfe in überfachlichen Bereichen zu geben.

„Wir wollen keine punktuellen Einzelmaßnahmen anbieten, sondern in einem großen Ganzen nachhaltig wirken“, so Büchter. Dabei stehe die kreative und selbstorganisierte Handlungsfähigkeit im Fokus, ergänzt Blank, denn Kompetenzen könnten nicht gelehrt, sondern nur selbstorganisiert anhand realer Herausforderungen antizipiert werden.

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