Biberacher Landrat appelliert eindringlich an Bürger

Lesedauer: 6 Min
Im Landkreis Biberach wurden bisher zwölf Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.
Im Landkreis Biberach wurden bisher zwölf Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. (Foto: Marcel Kusch, dpa)
Schwäbische Zeitung

Mit einem eindringlichen Appell hat sich der Biberacher Landrat Heiko Schmid an die Bürger und die Entscheidungsträger in den Kommunen gewandt. Persönliche soziale Kontakte sollen weitestgehend vermieden werden. Und das sagt er außerdem über Veranstaltungen und über die Versorgung von Haushalten.

Soziale Kontakte:

Es gehe darum, das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu verzögern, teilt der Landrat mit. „Die Stärke dieses Landkreises war es immer, zusammen zu stehen, wenn es notwendig war. Jung und Alt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sozial Starke und weniger Starke. Dieses Zusammenstehen brauchen wir aktuell mehr denn je. Ich appelliere deshalb an jeden Einzelnen, auf sich selbst und andere aufzupassen. Dazu zählt insbesondere, persönliche soziale Kontakte weitestgehend zu vermeiden. Halten Sie Kontakt übers Telefon, übers Internet und andere soziale Medien. Wir müssen alles dafür tun, um unser Gesundheits- und Pflegesystem mit Ärzten und Pflegekräften zu schützen, damit sie sich um Patienten und um die Menschen, die Unterstützung brauchen, kümmern können.“

Kreisgymnasium Riedlingen

Aufgrund eines begründeten Verdachtsfalls hat die Schulleitung des Kreisgymnasiums in Abstimmung mit dem Kultusministerium und dem Kreisgesundheitsamt entschieden, die Schule bereits am Montag zu schließen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Kreisgymnasiums unter www.kgr.bc.bw.schule.de

Veranstaltungen:

Der Landrat fordert die Kommunen auf, auf Veranstalter zuzugehen. Letztere sollten freiwillig auf alle Versammlungen und Veranstaltungen verzichten, unabhängig von einer Teilnehmerzahl und ob sie in geschlossenen Räumen oder im Freien stattfinden, so Schmid. „Wir wollen ganz bewusst das öffentliche Leben deutlich verlangsamen“, so Schmid.

Hilfsdienste für die Versorgung von Haushalten

„Durch die voranschreitende Ausbreitung des Virus, befinden sich von Tag zu Tag mehr Personen – Infizierte und Kontaktpersonen – in häuslicher Isolation. Bei ansteigenden Fallzahlen wird die Versorgung dieser Menschen immer schwieriger und die selbstorganisierte Nachbarschaftshilfe wird an ihre Grenzen stoßen“, schreibt Schmid am Wochenende an die Oberbürgermeister und Bürgermeisterinnen und bittet sie deshalb, „zeitnah eine Versorgung für diese Menschen in Ihrer Stadt oder Gemeinde zu organisieren. Dabei könnten Vereine, die Freiwillige Feuerwehr, organisierten Nachbarschaftshilfen und die DRK-Bereitschaft mit eingebunden werden. Ein besonderes Augenmerk bei der Durchführung ist dabei auf die Bedürfnisse von älteren und pflegebedürftigen Menschen sowie auf kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger zu richten.“

Freiwilliges Besuchsverbot für Alten- und Pflegeheime angestrebt

Gemeinsam mit den Kommunen will der Landkreis ein freiwilliges Besuchsverbot von Alten- und Pflegeheimen bei den jeweiligen Trägern erreichen. „Ziel soll sein, ein freiwilliges ganztägiges Besuchsverbot im Rahmen des Hausrechts durch die Träger zu erwirken.“ Nur durch eine weitgehende Isolation könne sichergestellt werden, dass keine Infektionsketten innerhalb dieser gefährdeten Gruppe entstünden. „Mit diesem Schutz geht auch eine Entlastung der Krankenhäuser einher, die Kapazitäten dringend benötigen“, so Schmid.

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen