Biberacher DRK-Kräfte eilen seit 125 Jahren Verletzten zu Hilfe

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von links: Peter Schneider, Herbert Schilling, Dr. Christa Enderle, Claudia Steinhilber, Renate Kottke, Thomas Schilling, Sonja (Foto: bogenrieder-kramer)

Der Ortsverein Biberach des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat beim Festakt zur Gründung der Biberacher Sanitätskolonne, die in diesem Jahr 125 Jahre her ist, in der Gigelberghalle ein abwechslungsreiches Programm präsentiert. Viele Mitglieder und Ehrengäste waren der Einladung unter dem Motto „125 Jahre sind ein Grund zum Feiern“ gefolgt.

Ein Film von Kai Rütterwörden zeigte eindrucksvoll die geschichtliche Entwicklung des Vereins und beleuchtete die Idee der Rotkreuzbewegung, die in der Schlacht von Solferino im Jahr 1859 ihren Ursprung hatte. Der Biberacher Ortsverein selbst wurde erst 1995 gegründet, die Sanitätskolonne Nummer 8 Biberach entstand hingegen bereits vor 125 Jahren. Aus dieser Sanitätskolonne entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine DRK-Bereitschaft Biberach.

„Helfen kann nur, wer nicht danach fragt, welche persönlichen Vorteile er hat“, brachte es Dr. Christa Enderle, stellvertretende Vorsitzende vom DRK-Kreisverband, auf den Punkt. Bürgermeister Roland Wersch bedankte sich beim DRK für den Einsatz der Kräfte, auch beim Schützenfest in Biberach. Er überreichte ein Geldgeschenk der Stadt und sicherte dem DRK weiterhin jegliche Unterstützung zu. „Es ist einfach, andere zu begeistern, wenn man selbst begeistert ist“, bemerkte Kreisbereitschaftsleiter Frank Netzer mit Blick auf die inzwischen 234 ehrenamtlichen Helfer des Ortsvereins. „Einzelne Ehrenamtliche arbeiten bis zu 1000 Stunden im Jahr“, ergänzte Pressesprecherin Claudia Steinhilber.

Agnes Bihrer aus Biberach/Baden ließ mit ihrem Grußwort den Beginn der 27-jährigen DRK-Partnerschaft Revue passieren. Landesdirektorin Renate Kottke sprach in ihrer Festrede über das Selbstverständnis des Roten Kreuzes, dankte dem überaus aktiven Ortsverein für seine vielfältigen ehrenamtlichen Dienste und überreichte dem Ortsverein als besondere Auszeichnung die Henry- Dunant-Plakette samt Urkunde.

Herbert Schilling als stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Biberach, erinnerte mit einer umfassenden Präsentation an die vielen Einsätze, Veranstaltungen und Blutspendeaktionen der vergangenen Jahre. Eine Tagesschauaufzeichnung vom 27. Juni 1983 zeigte den Flugzeugabsturz über Birkendorf. Damals waren 67 Einsatzkräfte des Ortsvereins am Einsatzort. Als ein Flüchtlingszug aus Prag am 9. November 1989 in Biberach eintraf, leistete das DRK 2200 Einsatzstunden und versorgte alle 659 Hilfesuchenden. Dass es mehrere Zugunglücke in Biberach in der Zeit des DRK-Ortsvereins gab, wussten viele Zuhörer nicht. Eines ereignete sich am 24. Juni 1928, als ein Zug in Ummendorf entgleiste. Damals gab es viele Verletzte, denen das DRK half. Zwölf Tote und zahlreiche Verletzte gab es am 6. Januar 1944, als in Warthausen ein Zug aus den Schienen sprang. Wieder war der DRK-Ortsverein Biberach vor Ort, um zu helfen. Noch frisch in Erinnerung sei vielen der Einsatz beim Zugunfall in Biberach im Jahr 2011, bei dem aber die Insassen des Zuges nicht verletzt wurden.

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