Biberach macht diese Straße für Radfahrer sicherer

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 Bislang gibt es nur für Radfahrer in Richtung Innenstadt einen Schutzstreifen, was die Verwaltung bald ändern möchte. Im Zuge d
Bislang gibt es nur für Radfahrer in Richtung Innenstadt einen Schutzstreifen, was die Verwaltung bald ändern möchte. Im Zuge der Arbeiten in der Birkenharder Straße sollen auch die Haltebuchten für Busse verschwinden und durch barrierefreie Haltestellen ersetzt werden. (Foto: Daniel Häfele)

Für Radfahrer soll die Birkenharder Straße in Biberach sicherer werden. Bisher kommt es dort teils zu gefährlichen Situationen, weil ein Fahrradweg bergauf fehlt. Das soll sich bald ändern, wie die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstagabend entschieden haben. Gleichzeitig sollen zwei Bushaltebuchten verschwinden, was jedoch für Bedenken sorgte.

Sobald die neue Klinik fertig und das Wohngebiet Hauderboschen bebaut ist, dürfte der Verkehr in der Birkenharder Straße zunehmen. Das bedeutet nicht nur eine höhere Zahl an Autofahrern, sondern auch ein Mehr an Radfahrern und Fußgängern. Bisher besteht entlang der Landesstraße ein Radfahrstreifen beziehungsweise ein Bordsteinradweg. Radfahrer, die in die Stadt hinunter fahren, haben also „ihren“ Weg. Für Radler bergauf gibt es dagegen keinen separaten Weg. Deshalb fahren einige auf der linken Seite hoch, was laut Verwaltung verkehrswidrig und gefährlich zugleich ist. Denn die bergauffahrenden Radler gefährden sich selbst und entgegenkommende Radfahrer.

1,9 Millionen Euro an Kosten

Abhilfe soll ein Schutzstreifen schaffen, der zwischen eineinhalb Metern und 1,85 Meter breit werden soll. Darüber hinaus soll der bestehende Radfahrstreifen zwischen Hochvogelstraße und Alpenstraße in einen Schutzstreifen umgewandelt werden. Die Breite bleibt bei eineinhalb Meter. Für Autos, Busse und Lastwagen verkleinert sich dadurch die Fahrbahnbreite auf fünf Meter. Bisher ist die Birkenharder Straße zwischen Hochvogelstraße und Bismarckring zwischen sechseinhalb und sechs Meter breit. Damit Begegnungen zwischen Lastwagen oder Bussen nicht zum Problem werden, greife man beim Schutzstreifen auf „die gestrichelte Lösung“ zurück, erläuterte Elke Fischer vom Stadtplanungsamt. Dieser kann überfahren werden, falls es die Situation erfordert.

Zum Kanal Birkenharder Straße: Umgesetzt werden soll das Vorhaben in 2019 beziehungsweise in 2020. „Die Vollsperrung soll noch kommen, bevor das Krankenhaus in Betrieb geht“, sagte Fischer. Die Einrichtung der Schutzstreifen und die Verbreiterung der Straße wird im Zuge einer Tiefbaumaßnahme erledigt.

Der Kanal soll im Bereich zwischen Bismarckring/Gaisentalstraße bis zur Gartenstraße genauso erneuert werden wie ungefähr 50 Meter im Bereich Probststraße. Auch die gesamte Fahrbahndecke wird saniert. Zudem plant die Verwaltung, die beiden Bushaltebuchten Weingartenberg zu entfernen. Sie weichen barrierefreien Haltestellen. Eine neue Haltestelle ist kurz nach der Einmündung Hochvogelstraße (Fahrtrichtung Birkenhard) vorgesehen, was einstimmig befürwortet wurde. Insgesamt rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe von knapp 1,9 Millionen Euro. Während die Notwendigkeit des Schutzstreifens im Bauausschuss unstrittig war und einstimmig befürwortet wurde, gab es etwas Bedenken bezüglich der Bushaltebuchten. Stoppten die Busse künftig auf der Straße, führe dies zu längeren Staus, sagte Friedrich Kolesch (CDU). „Es werden dort auch vermehrt Rettungswagen unterwegs sein.“ Für seine Fraktion stelle sich die Frage, ob es in Anbetracht eines höheren Verkehrsaufkommens tatsächlich hilfreich sei, die Buchten zurückzubauen. Ähnlich äußerten sich die Freien Wähler. „Wir sehen ebenfalls ein Problem beim Rückbau der Bushaltebuchten“, sagte Flavia Gutermann. Silvia Sonntag (Grüne) führte dagegen an: Für Radfahrer gebe es „Gänsehaut-Momente“, wenn Busse aus einer Bucht herausfahren. Ihr scheint es sicherer, wenn der Bus auf der Straße hält, auch wenn Fahrradfahrer dann stoppen müssten.

Wer den öffentlichen Nahverkehr schneller und sicherer machen möchte, müsse Haltebuchten zurückbauen, erläuterte Biberachs Baubürgermeister Christian Kuhlmann. Das sei in Deutschland mittlerweile gängige Praxis: „Des Busfahrer muss dann nicht auf einen gnädigen Autofahrer warten, der ihn einfädeln lässt.“ In der Abwägung spreche vieles für einen Halt auf der Straße – auch im Hinblick auf die Sicherheit der Fahrgäste.

„Durch die Kurvenbewegung kommt es zu vielen Fahrgastunfällen“, sagte Fischer. Zudem verringere sich die Zahl der Unfälle mit Fußgängern, die über die Straße spurteten, um noch den Bus zu erreichen. Gibt es nämlich eine Haltebucht, müssen Fußgänger zwei Fahrspuren, auf denen der Verkehr ungehindert fließt, queren. Argumente, welche die Räte offenbar überzeugten. Sie stimmten dem Rückbau der beiden Buchten bei zwei Enthaltungen mehrheitlich zu.

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