Biberach ist unverändert eine Fairtrade-Stadt

 Die Mitglieder der Steuerungsgruppe freuen sich über die erneute Auszeichnung zur „Fairtrade-Stadt“ (v. li): Rouven Klook, Susa
Die Mitglieder der Steuerungsgruppe freuen sich über die erneute Auszeichnung zur „Fairtrade-Stadt“ (v. li): Rouven Klook, Susanne Barth, Gisela Raunecker, Lucia Authaler und Daniel Poßeckert. (Foto: Stadtverwaltung Biberach)
Schwäbische.de

Alle zwei Jahre wird von dem gemeinnützigen Verein Trans Fair geprüft, ob die Stadt Biberach weiter den Titel einer Fairtrade-Stadt führen darf. Vor Kurzem sei die Urkunde über den Titel zugestellt worden, teilt die Stadtverwaltung mit. Biberach erfüllt somit weiterhin alle fünf Kriterien der „Fairtrade-Towns“-Kampagne und trägt daher für weitere zwei Jahre den Titel.

Die folgenden fünf Kriterien musste die Stadt für die erneute Zertifizierung erfüllen: Eine Projekt-Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten. Im Rathaus wird die „Biber-Bohne“, ein fair gehandelter Kaffee, getrunken. In Lebensmittelgeschäften und Gastronomiebetrieben werden Produkte aus dem fairen Handel angeboten. Sowohl verschiedene Schulen als auch Kirchen und Vereine engagieren sich in der Sache. Über eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit wird regelmäßig Werbung für den fairen Handel gemacht.

Um den fairen Handel in Biberach zu stärken, wurden in den vergangenen zwei Jahren mehrere Projekte durchgeführt. So wurden in Zusammenarbeit mit dem Weltladen drei Testausrüstungen mit fair gehandelten Sportbällen an die Fußballer des FV Biberach, von Wacker Biberach sowie an die Handballabteilung der Turngemeinde Biberach übergeben. Ziel ist, dass zukünftig faire Bälle im Vereinssport verwendet werden. Zu diesem Thema wird es noch eine öffentliche Veranstaltung geben, um die Vorteile und mögliche Startschwierigkeiten bei der Umstellung mit den Fachleuten zu besprechen.

Der katholische Kindergarten St. Michael, der schon lange zum Thema fairer Handel aktiv ist, hat sich zudem erfolgreich auf den Titel „Faire Kita“ beworben. Die Kinder und Eltern werden regelmäßig mit einbezogen und finden das Thema auch sehr wichtig. In einer „FaireKita“ gehören Globales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und der faire Handel zum Alltag der Kinder. Die Kinder lernen hier Vielfalt und einen achtsamen Umgang mit Mensch und Natur kennen und schätzen. Außerdem lernen die Kinder die Welt im Kleinen und im Großen mitzugestalten – auf spielerische, altersgerechte und kreative Weise.

Die erneute Zertifizierung zur Fairtrade-Stadt ist für die Steuerungsgruppe Bestätigung und Ansporn für ihre Arbeit. Neue Projekte sind bereits in Planung und demnächst wird beispielsweise ein fairer Einkaufsführer für Biberach veröffentlicht.

Die Projekt-Steuerungsgruppe setzt sich aus Mitgliedern von Gemeinderat, Stadtverwaltung, Akteuren aus Einzelhandel, Gastronomie, Zivilgesellschaft sowie Weltladen, Kirche und Vereinen zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Produkte aus fairem Handel konsumieren. Darüber hinaus soll das Bewusstsein für den fairen Handel verstärkt ausgeprägt werden.

Fairtrade-Stadt zu sein bedeutet, ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen. Produzentenfamilien in Asien, Afrika und Lateinamerika werden gezielt unterstützt und Fairtrade-Towns gehen damit als Vorbild für viele weitere Kommunen in Deutschland und weltweit voran. Biberach ist eine von fast 800 Fairtrade-Towns in Deutschland. Das globale Netzwerk der Fairtrade-Towns umfasst über 2000 Städte in insgesamt 36 Ländern, darunter Großbritannien, Schweden, Brasilien und der Libanon.

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