Bewegende Studienfahrt der GMS nach Auschwitz

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 Die Biberacher Schüler vor der Universität Krakau.
Die Biberacher Schüler vor der Universität Krakau. (Foto: Gebhard-Müller-Schule)
Schwäbische Zeitung

Das Ziel der einwöchigen Studienfahrt dreier Oberstufenklassen der kaufmännischen Schule Biberach war Krakau, Polens zweitgrößte Stadt und europäische Kulturhauptstadt im Jahre 2000.

Vielen gilt dieses Juwel an der Weichsel als die schönste Stadt Polens und tatsächlich vermag es diese Stadt, ihre Besucher in ihren Bann zu ziehen. Da die Stadt einer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg entging, erleben heutige Besucher aus aller Welt ein Stück Zeitgeschichte hautnah. Das Jüdische Viertel, die Kathedrale und die zweitälteste Universität Mitteleuropas, an der Kopernikus das geozentrische Weltbild aus seinen Angeln hob, sind nur wenige Sehenswürdigkeiten, die viel zu erzählen haben.

Im Lauf der Woche stand auch die Besichtigung des 70 Kilometer entfernten Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau an. Während die Konzentrationslager in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg großteils niedergerissen wurden, sind in den polnischen Lagern die Originalbauten nahezu vollständig erhalten geblieben. So die Todesmauer und die Gaskammern, die Baracken, die Galgen. Die Last der Geschichte, die auf diesem Ort liegt, brachte auch die schwäbischen Besucher zum Innehalten. Das war jedem Gesicht, ob Schüler oder Lehrer, anzusehen. Als die Gruppenleitung vom Alltag der Häftlinge erzählte, von den Schikanen, der Folter, trat unheimliche und zugleich andächtige Stille ein. Die Authentizität, mit der die Gruppenleitung den Ort und die dortigen Unmenschlichkeiten nahebrachten, erklärte sich bald: Teile ihrer Angehörigen waren selbst in Auschwitz ums Leben gekommen.

Noch Vieles war zu besichtigen in dieser Woche, wie die Salzmine Wieliczka, die Kingakapelle oder eine Fahrt auf der Weichsel, doch die einprägsamsten Stunden waren die in Auschwitz. Darin waren sich alle einig: „Unfassbar, wie Kultur, Geschichte, Schönheit und menschliche Grausamkeit so nahe beieinanderliegen können“, resümierte ein Teilnehmer der Fahrt.

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