Besondere Wallfahrt: Jugendliche folgen den Spuren des Bekennerbischofs Joannes Baptista Sproll

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Die Jugendlichen machten sich am Samstag gemeinsam auf den Weg, um mehr über den Bekennerbischof zu erfahren.
Die Jugendlichen machten sich am Samstag gemeinsam auf den Weg, um mehr über den Bekennerbischof zu erfahren. (Foto: Luis Schönecker)
Schwäbische Zeitung

Etwa Hundert jugendliche Wallfahrer sind am vergangenen Wochenende den Spuren des Bekennerbischofs Joannes Baptista Sproll gefolgt. Das BDKJ veranstaltete die Jugendwallfahrt unter dem Motto „Bring den Stein ins (SP)ROLLen“ anlässlich seines 150. Geburtstag.

In Spielszenen, Texten und Anekdoten – Joannes Baptista Sproll tauchte bei der BDKJ-Wallfahrt am Samstag immer wieder auf und konfrontierte die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Stationen seines Lebens. Unterwegs auf dem Schulweg des späteren Rottenburger Bekennerbischofs von Schweinhausen nach Biberach blieb genug Zeit, um über seine Bedeutung für heute nachzudenken und sich mit Abstand darüber auszutauschen. „Geh mutig voraus. Bring den Stein ins (SP)ROLLen“ lautete dabei das Motto des Tages.

Staffellauf statt Nachtwallfahrt

Der aktuellen Situation war es geschuldet, dass sich die Teilnehmer in vier Gruppen nach Art eines Staffellaufs auf den 14 Kilometer langen Weg machten. Etwa hundert junge Leute aus verschiedenen Teilen der Diözese waren zur Wallfahrt gekommen, die von Ehren- und Hauptamtlichen aus den Dekanaten Biberach, Saulgau und Ehingen-Ulm sowie von der Diözesanebene des BDKJ organisiert wurde.

Von Schweinhausen führte der Weg die Wallfahrer weiter nach Ummendorf in die Johannes-Kirche. Neben einer Abkühlung wartete dort einer der vielen geistlichen Impulse auf die Teilnehmer: Ein Sproll-Darsteller schmettert einen großen Stein aus Pappmaschee gegen eine angedeutete Mauer, die einstürzt. Die jugendlichen Teilnehmer halten echte Steine in den Händen und erfahren, wie Sproll sich von Anfang an gegen die Nationalsozialisten stellte und deswegen 1938 aus seiner Diözese vertrieben wurde. Der Stein steht hier als Symbol für Standhaftigkeit und festen Glauben.

Warum es wichtig ist, Sprolls Geschichte zu kennen

„Es lohnt sich, sich mit der Geschichte von Bischof Sproll auseinanderzusetzen“, ist Diözesanjugendseelsorger Markus Scheifele überzeugt. Daher unterstützte er das Vorbereitungsteam, das die vor Corona als Nachtwallfahrt geplante Jugendveranstaltung zu diesem Thema nach Biberach holte. Er wünscht sich, dass auch die jungen Menschen heute Bekenner für das Evangelium sind.

Von Ummendorf führte der Weg über das Jordanbad weiter nach Biberach. Auf dem evangelischen Friedhof wurde das Engagement Sprolls für die Friedensarbeit beleuchtet. Als Zeichen der Bereitschaft zum Frieden machten sich die Jugendlichen gegenseitig mit Farbe einen Fingerabdruck in ihr Wallfahrtsheft.

Als schließlich Bläser und Orgel in der Biberacher Martinskirche die Wallfahrt festlich beschlossen, hatten sich die Teilnehmer zuvor auch mit ihren Talenten und ihrer Taufe beschäftigt und wurden im Gottesdienst von Jugendseelsorger Scheifele einzeln gesegnet. „Ich bin froh, dass wir mutig waren und gesagt haben wir lassen es nicht ausfallen“, freute sich Julia Hämmerle, bei der die Fäden der Wallfahrt zusammenliefen. Die Teilnehmer, erschöpft, aber zufrieden, sagten mit Blick auf Bischof Sproll: „Er ist schon ein wirkliches Vorbild im Glauben.“

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