Berufliche Betreuer erhalten höhere Vergütung

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 Ehrenamtliche Betreuern, Mitarbeiter des Betreuungsvereins, Mitarbeiter der Betreuungsbehörde und des Amtsgerichts folgten der
Ehrenamtliche Betreuern, Mitarbeiter des Betreuungsvereins, Mitarbeiter der Betreuungsbehörde und des Amtsgerichts folgten der Einladung nach Kürnbach. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Betreuungsverein Landkreis Biberach veranstaltet Betreuertag in Kürnbach.

60 Personen haben am Betreuertag des Betreuungsvereins Landkreis Biberach in Kürnbach teilgenommen. Im Tanzhaus versammelten sich neben den ehrenamtlichen Betreuern die Mitarbeiter des Vereins und die zuständigen Mitarbeiter der Betreuungsbehörde und des Amtsgerichts.

Die Vorsitzende Andrea Rexer konnte bei der Begrüßungsrede mit einer großen Überraschung aufwarten. Nachdem seit 2005 an der Vergütung für berufliche Betreuer keine Erhöhung mehr vorgenommen worden war, hat der Bundesrat vor einem Jahr eine vom Bundestag beschlossene Anpassung abgeschmettert. Den Versicherungen, dass man sich des Themas bald wieder annehmen werde, standen die Fachleute sehr skeptisch gegenüber. Doch im Juni stand die Betreuervergütung im Bundesrat wieder auf der Agenda und passierte das Gremium, berichtete Rexer. Damit sei die Erhöhung auf den Weg gebracht.

Geschäftsführer Andreas Hofer referierte über den aktuellen Stand nach der Verlagerung der Zuständigkeit von den Notaren an die Amtsgerichte. Auch im Landkreis Biberach gibt es nach eineinhalb Jahren weiterhin erhebliche Verzögerungen bei der Bearbeitung der Betreuungsabrechnungen und der Bescheide zu Betreuungen. Zahlreiche Ehrenamtliche monieren, dass sie über Monate hinweg noch nicht einmal einen Eingangsbescheid ihres Anliegens erhalten hätten. Hofer bot an, dass der Betreuungsverein als Ansprechpartner fungieren könne und das Gespräch mit dem Amtsgericht Biberach suchen werde.

Der stellvertretende Sozialdezernent Hermann Kienle gab einen Einblick in das ab 2020 umzusetzende Bundesteilhabegesetz (BTHG). Die Landkreisverwaltung sei bemüht, das Gesetz so unbürokratisch wie möglich umzusetzen und die Betreuer zu entlasten.

Den unterhaltsamen Teil übernahm Paul Sägmüller aus Bergatreute, Heimatforscher und Autor. Passend zum Anlass nahm er sich die allerersten Ehrenamtlichen vor. Seiner Meinung nach handelte es sich dabei um die 14 Nothelfer, die im Christentum seit dem 14. Jahrhundert verehrt werden. Die drei Frauen und elf Männer waren Heilige, alle bis auf einen starben den Märtyrertod. Dieses Schicksal droht den heutigen Ehrenamtlichen nicht mehr, trotzdem ähneln ihre Aufgabe denen der 14 Nothelfer. Dort finden sich die Helfer bei schwierigen Lebenslagen, die Patronin der Sterbenden, die Beschützerin von Frauen und die Helfer gegen Geisterkrankheiten.

Mit Kaffee und Kuchen, persönlichen Gesprächen, Erfahrungsaustausch und Unterhaltung wurde der Betreuertag erfolgreich abgeschlossen.

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