Befreiungsschlag geglückt

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 Biberachs Stürmer Jonathan Hummler (r.) traf doppelt.
Biberachs Stürmer Jonathan Hummler (r.) traf doppelt. (Foto: Volker Strohmaier)
Michael Mader

Der FV Biberach hat das Heimspiel gegen den FC Ostrach in der Fußball-Landesliga mit 4:0 (1:0) gewonnen und einen wichtigen Schritt nach vorn getan. Jonathan Hummler (2), Andreas Wonschick und Fabian Scheffold trafen für den Gastgeber.

Schon vor dem Anpfiff rieben sich die Zuschauer verwundert die Augen. Spielertrainer Florian Treske und Routinier Selim Altinsoy saßen auf der Bank. Dafür spielten Simon Keller und Robin Grundei. Vorne setzte Treske auf die Durchschlagskraft von Wonschick und Hummler. Und der FV Biberach versuchte von Beginn an, den Gegner unter Druck zu setzen. Robin Grundei hatte dann auch eine Doppelchance (6., 7.), hatte aber kein Glück mit seinen Schüssen aus kurzer Distanz. Zehn Minuten später wieder Grundei, doch sein Pass auf den mitgelaufenen Wonschick kam nicht an. Hummler prüfte Ostrachs Keeper Thomas Löffler mit einem Kopfball (15.), im Gegenzug landete der Ball am Pfosten des Biberacher Kastens. Gabriel Fischer hatte abgezogen, Dominik Felger abgefälscht: Glück für den FV Biberach.

Nach 23 Minuten verpasste Julius Grimm mit einem Kopfball die Führung für den Gastgeber. Den Chancen nach hatte sich der FVB ein Plus erspielt. Doch die besseren Möglichkeiten sahen die 200 Zuschauer aufseiten des FCO. Nach einer knappen halben Stunde leistete sich Florian Fritzenschaf einen Patzer, den die Gäste allerdings nicht nutzen konnten. Bei einer harmlosen Flanke sprang der Biberacher Torwart am Ball vorbei, es blieb aber beim 0:0. Sechs Minuten später dann doch die Führung für die Biberacher. Hummler wurde im Strafraum von FCO-Kapitän Johannes Irmler zu Fall gebracht, für Schiedsrichter Kadir Yagci ein elfmeterwürdiges Foul. Wonschick schickte Löffler in die falsche Ecke und verwandelte sicher. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätte Wonschick auf 2:0 erhöhen können, doch der Ball fand irgendwie nicht den Weg über die Linie.

Das gelang zwei Minuten nach der Pause Hummler. Der Biberacher Stürmer hatte sich in der Schnittstelle weggeschlichen und schob zum zweiten Treffer ein. Inzwischen verdient, denn Hummler, Grundei und vor allem Johannes Fuchs vergaben weitere gute Chancen.

Ostrach hatte nach vorn kaum noch was zu bieten. Der FV Biberach kontrollierte das Spiel. Das Ostracher Trainerduo versuchte durch Einwechslungen neue Impulse zu setzen. Zunächst vergeblich. Treske wechselte ebenfalls. Defensiv. Robin Biesinger und Raphael Geiger kamen für Grundei und Ramon Diamant. Prompt fiel das 3:0 für Biberach. Erneut war es Hummler, der einen Kopfball über die Linie bugsierte (66.). Der FV hatte sich belohnt für die Leistungssteigerung in Durchgang zwei. Und das Team hatte noch nicht genug. Zunächst vergab Biesinger (75.), eine Minute später gelang Scheffold das vierte Tor für den Gastgeber. Vielleicht um das eine oder andere Tor zu hoch ausgefallen, aber der Sieg für den FV Biberach war verdient und tut der ramponierten Seele einiger Spieler sicher gut.

Biberachs Spielertrainer Florian Treske, der die Partie 90 Minuten von außen verfolgte, sagte nach dem Abpfiff: „Ich bin sehr zufrieden, dass die Mannschaft dem Druck stand gehalten hat. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir eine sehr gute Leistung gebracht.“ Für ihn sei es das erste „richtige“ Spiel als Trainer an der Seitenlinie gewesen. „Wenn es dann so läuft, werde ich öfter auf der Bank bleiben.“ Ostrach-Coach Christian Luib sagte: „Wir haben versucht, in der zweiten Halbzeit mehr Risiko zu gehen.“ Knackpunkt sei das 2:0 gewesen. „Wir können die Niederlage aber richtig einordnen, in Biberach kann man auch mal verlieren.“

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