Beate Hiller hört nach 22 Jahren auf

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Beate Hiller hört Ende des Jahres als Wohnbereichsleiterin bei der Lebenshilfe Biberach auf.
Beate Hiller hört Ende des Jahres als Wohnbereichsleiterin bei der Lebenshilfe Biberach auf. (Foto: sz-: Tanja Bosch)
Tanja Bosch

Den Bewohnern der Lebenshilfe Biberach wird der Abschied von Beate Hiller bestimmt schwer fallen. Und auch die Wohnbereichsleiterin der Lebenshilfe verlässt ihren Arbeitsplatz nach so langer Zeit nicht ohne Abschiedsschmerz. Doch den Schritt, Ende 2015 nach 22 Jahren aufzuhören, hat sich die 61-Jährige lange und gut überlegt. „Ich werde schließlich schon 62 und möchte auch noch ein bisschen Zeit für mich haben.“ Ein Grund dafür ist auch ihr erstes Enkelkind, mit dem Beate Hiller auf jeden Fall mehr Zeit verbringen möchte.

Neben ihrer Vollzeitbeschäftigung bei der Lebenshilfe ist Beate Hiller unter anderem beim Betreuungsverein, in der Hospizarbeit und beim Abenteuerspielplatz aktiv. „Ein Leben ausschließlich als Rentnerin könnte ich mir nicht vorstellen“, sagt Hiller. „Meine anderen Ämter und Projekte mache ich auf jeden Fall weiter.“ Ab 2016 übernimmt dann Christine Schmid die Wohnbereichsleitung der Lebenshilfe.

Ihre Arbeit bei der Lebenshilfe hat Beate Hiller immer gern und mit ganzem Herzen getan. Was sie am meisten schätzt, ist die ehrliche Art der Menschen mit Behinderung: „Alle Aktionen und Reaktionen der Bewohner sind einfach echt, es ist nichts gespielt und das macht das Arbeiten hier so angenehm“, sagt Beate Hiller. „Und wenn man mal Mist gebaut hat, dann zeigen einem die Bewohner das auch. Ehrlichkeit ist sehr viel wert.“

Klinikaufenthalt für behinderte Menschen und Demenzkranke

Ein Projekt, das Beate Hiller initiiert und bis heute leitet, ist die Zusammenarbeit mit dem Biberacher Krankenhaus beim Thema Klinikaufenthalt für geistig behinderte Menschen. Bereits vor etwa 15 Jahren hat sie angefangen, Krankenpfleger und Zivildienstleistende zu schulen und für das Thema zu sensibilisieren. Dr. Rolf Segiet, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Laupheimer Klinik, hatte sie damals darauf aufmerksam gemacht.

„Heute bekommt das Thema auch noch mal eine ganz andere Aktualität“, sagt Beate Hiller. „Denn es betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Menschen mit demenziellen Erkrankungen.“ Menschen beider Gruppen könnten sich oftmals nur schlecht ausdrücken. „Sie können ihre Bedürfnisse manchmal nicht äußern. Es fällt ihnen dann auch schwer, zu sagen, wo sie Schmerzen haben“, weiß Hiller aus eigener Erfahrung. „Manche brauchen auch ganz lang, bis sie überhaupt verstehen, was der andere von ihnen wissen will.“ Deshalb sei die Aufklärung des Pflegepersonals umso wichtiger. „Denn auch im Krankenhaus fallen diese Menschen aus dem Raster, wie im alltäglichen Leben.“

Auf die gute Kooperation mit der Sana-Klinik ist Beate Hiller stolz: „Es funktioniert wirklich gut. Wenn es mal Probleme gibt, rufen sie uns an und wir kommen.“ Durch die räumliche Nähe zur Klinik sei das in den meisten Fällen kein Problem. Das Projekt wird auch nach Hillers Ruhestand fortgesetzt: „Es ist ein sehr wichtiges Thema, mit dem sich meiner Meinung nach alle Krankenhäuser und sonstigen Pflegedienste beschäftigen sollten.“

Der gemeinnützige Verein „Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung – Kreisvereinigung Biberach“ wurde im Jahr 1967 gegründet und hat heute mehr als 370 Mitglieder. Weitere Informationen über die Lebenshilfe gibt es unter Telefon 07351/15740 oder im Internet unter

www.lebenshilfe-bc.de

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