Bürokratie stellt pflegende Angehörige vor Hindernisse

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 Die pflegenden Angehörigen berichteten aus ihrem Pflegealltag und wiesen die Abgeordneten auf Schwierigkeiten im Umgang mit Beh
Die pflegenden Angehörigen berichteten aus ihrem Pflegealltag und wiesen die Abgeordneten auf Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden und Pflegekassen hin. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Auf Einladung des Netzwerks Basisversorgung „Pflegebrücke“ von Diakonie und Caritas haben sich Angehörige, die einen nahestehenden Menschen pflegen, und politische Vertreter aus den Landkreisen Biberach und Sigmaringen zu einem Informationsaustausch getroffen.

An vier Thementischen gingen der Bundestagsabgeordnete Josef Rief (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger (CDU) und Andrea Bogner-Unden (Bündnis 90/Die Grünen), die Abgeordneten Martin Gerster (SPD) und Klaus Burger (CDU) konnten nicht teilnehmen, gingen die Politiker mit pflegenden Angehörigen zu den Themen „Entlastung im häuslichen Pflegealltag“, „Erfahrung mit Mobilität und der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“, „Wertschätzung“ und „Erfahrungen mit den Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung“ in den Austausch.

Die Angehörigen berichteten aus ihrem Pflegealltag, informierten über Schwierigkeiten und Hindernisse im Umgang mit Behörden und Pflegekassen. Die Politiker erhielten aus erster Hand Informationen zur häuslichen Pflege und erfuhren, wo Angehörige noch einen politischen Handlungsbedarf sehen. Beispielhaft wurde die Dringlichkeit eines erweiterten Ausbau von Entlastungsangeboten benannt, Beratungsangebote sollten auch vor Ort in kleineren Kommunen angeboten werden. Für eine bessere Mobilität im ländlichen Raum seien Bürgerbusse dringlich angezeigt, die Bürokratie bei den Pflegekassen müsse abgebaut werden, partnerschaftliche Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Mitarbeitern der Pflegekasse und Angehörigen sollte selbstverständlich sein.

In den abschließenden Statements der Mandatsträger kam eine hohe Wertschätzung für die Pflegenden zum Ausdruck und die Zusage, die gewonnenen Erkenntnisse in die politischen Gremien und Ausschüsse mitzunehmen. „Ich habe mich in meiner Situation wahrgenommen und gehört gefühlt“, fasste eine pflegende Angehörige das Ergebnis des Nachmittags zusammen. „Ich hoffe, unsere politischen Vertreter nutzen ihren Einfluss, um die von uns benannten Missstände in der Pflege anzugehen.“

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