Bürger diskutieren über Kultur

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35 Bürger diskutierten beim Bürgerkulturgespräch über ihr Wünsche im kulturellen Bereich.
35 Bürger diskutierten beim Bürgerkulturgespräch über ihr Wünsche im kulturellen Bereich. (Foto: Günter Vogel)
Günter Vogel

Zum bereits zehnten Bürgerkulturgespräch hat die Stadt Biberach in den Hans-Liebherr-Saal eingeladen. 35 Bürger waren gekommen. Vertreter wichtiger kulturtragender Institutionen beteiligten sich ebenfalls; allerdings wurde die eine oder andere schon vermisst.

Seit Februar 2010 ist das Bürgerkulturgespräch die Plattform für den Dialog zwischen dem Biberacher Kulturdezernat und den örtlichen Kulturvereinigungen, Kulturträgern, Kulturschaffenden und überhaupt an Kultur interessierten Bürgern. Aktuell sollten die Fragen nach dem Stellenwert der Kultur für das Biberacher Bildungsangebot, die Lebensqualität und die Stadtpolitik in der Form eines World-Cafés diskutiert werden. Dazu war an vier Tischen auf einer beschreibbaren Tischdecke jeweils eine Frage aufnotiert, und alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Gedanken dazu zuschreiben.

An jedem der Tische saßen acht bis zehn Personen und diskutierten unter Leitung eines Biberacher Kulturverantwortlichen über eines der vier Themen: „Welche Bedeutung hat die Kultur für das Bildungsangebot, für die Lebensqualität, für die Stadtpolitik in Biberach?“ Und „was können wir tun, damit Sie öfter zu unserem Bildungsprogramm kommen?“ Die Leitung der vier Dikussionsgruppen hatten Kulturdezernent Jörg Riedlbauer, die Geschäftsführerin der Wieland-Stiftung Kerstin Bönsch, Musikdirektor Andreas Winter und VHS-Leiter Werner Szollar. Oberbürgermeister Norbert Zeidler war als teilnehmender Bürger gekommen.

Wohin soll es gehen?

Jörg Riedlbauer hatte in seiner Begrüßung Grundsätzliches über die Kulturarbeit gesagt und gefragt: „Wo stehen wir heute, wo wollen wir hin? Wie können und sollen wir Kulturarbeit für die Bürger machen?“ Schon 1974 hatte der Gemeinderat die Kulturförderung der Wortschaftsförderung und der Stadtentwicklung gleichgestellt. Das zeigte den hohen Stellenwert, den Kultur schon damals und auch früher in Biberach hatte. Riedlbauer verwies auf Anregungen und Vorschläge in anderen Bürgerkulturgesprächen, deren man sich angenommen hatte wie etwa der Dauerbrenner Terminabstimmung, wie der „Justin-Heinrich-Knecht-Preis“, wie den „Club modern.“

Und dann entwickelten sich an den vier Tischen lebhafte Diskussionen; die großen Papiertischdecken füllten sich mit Ideen, mit Stichworten, mit Vorschlägen, vereinzeilt auch mit sanfter Kritik. Es waren engagierte Diskurse, die das Thema Kultur breit abdeckten. Gelegentlich geriet auch aktuelle Politik dazwischen; auf einem Tischtuch stand der Begriff „Fridays for Future“.

Alle 15 Minuten wurden Tische und Themen für die Teilnehmer gewechselt; am Schluss konnte jeder mit kleinen Aufklebern sein thematischen Favoriten markieren. Die Themen mit den meisten Stickern sind als Ergebnis des Bürgerkulturgesprächs und damit auch als Anregung und Auftrag für die städtischen Kulturverantwortlichen zu sehen: „Emotionales Wohlbefinden im ganze Stadtgebiet“ war einer der Favoriten, dazu wurden Räume für die Mittagspause, auch ein Café im Wielandpark gewünscht. Dann „Vielfalt und Austausch“, „Arbeiten an Werten“ wie dem Umgang miteinander. Isoliert stand der Begriff „Bildungsbeitrag.“ Die Zukunft wurde angesprochen mit Automation, mit Robotik. Jugendliche Interessen und Initiativen wurden häufig genannt; sie sollten sich ausprobieren können. Und „Längere Öffnungszeiten kommunaler Einrichtungen beleben die Innenstadt.“ Dazu dann „punktuell freier Eintritt.“ Konkret sollte man „Bürger- und Themenstammtische“ schaffen. „Transparenz und zeitliche Abstimmung von Events“ war ein wichtiger Punkt, ebenso eine verbesserte Aktualität. Kulturpolitik wurde als wichtiger Teil der Stadtpolitik angemahnt. Viele der Gedanken waren sehr allgemein gehalten, drücken eher Empfindungen als konkrete Handlungswünsche- und vorschläge aus. Grundsätzlich aber war festzustellen, das sich engagierte Bürger mit viel Kreativität mit der Kultur in dieser Stadt beschäftigen und auseinandersetzen.

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