Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt ist spürbar

 Im Landkreis Biberach ist die Arbeitslosenquote im Juni auf 2,5 Prozent gesunken.
Im Landkreis Biberach ist die Arbeitslosenquote im Juni auf 2,5 Prozent gesunken. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Schwäbische Zeitung

Im Landkreis Biberach ist die Arbeitslosenquote im Juni von 2,6 auf 2,5 Prozent gesunken. Landesweit ist das nach wie vor die niedrigste Quote. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm, zu dem auch der Kreis Biberach gehört, sank die Arbeitslosenquote auf 2,9 Prozent und damit erstmals seit Krisenbeginn unter drei Prozent. Das war zuletzt im März 2020 der Fall.

Mit 2994 Frauen und Männern waren im Landkreis Biberach 89 Menschen weniger arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 1668 Menschen (minus 129), das Jobcenter des Landkreises 1326 Frauen und Männer (plus 40).

„Der positive Trend hält an, der Arbeitsmarkt erholt sich, auch saisonal bedingt, weiter“, kommentiert Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Positive Signale sendete auch der Stellenmarkt. Regionale Arbeitgeber gaben im Juni insgesamt 1358 neue Stellengesuche ab, 55 mehr als vor vier Wochen. „Vor allem in Industrie, Handwerk und Personaldienstleistung hat sich die Kräftenachfrage merklich stabilisiert. Dank der Lockerung der Corona-Maßnahmen suchen nun auch die von der Pandemie besonders betroffenen Bereiche wie das Gastgewerbe und der Handel zunehmend wieder Personal“, berichtet der Agenturleiter. Gleichzeitig geht die Nachfrage nach dem Krisenüberbrückungsinstrument Kurzarbeit weiter zurück. Die Anzahl der Anzeigen liege merklich unter dem Höchststand im Frühjahr 2020, aber deutlich über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit, so Auch.

Mit Blick auf die Personengruppen nahm die Arbeitslosigkeit Jugendlicher und junger Erwachsener unter 25 Jahren im Vormonatsvergleich am stärksten ab, und zwar um 80 Personen auf 917 Personen. Zum Vorjahr waren es 412 Personen weniger, das entspricht einem Rückgang um 31,2 Prozent. Im Juni lag die Jugendarbeitslosenquote bei 2,6 Prozent, ein Jahr zuvor lag diese bei 3,6 Prozent.

Hingegen war der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen von geringerer Ausprägung. Im Juni waren im Ulmer Agenturbezirk 2513 Frauen und Männer länger als zwölf Monate arbeitslos, das waren 54 Personen weniger als im Mai, jedoch 792 oder 46,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. „Festzuhalten ist, dass trotz der positiven Signale am Arbeitsmarkt die aktuellen Bedingungen für den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit herausfordernd bleiben“, sagt Mathias Auch.

Die mit Corona verbundenen Unsicherheiten wirken sich am Ausbildungsmarkt vor allem auf der Bewerberseite aus, gleichzeitig ist die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Agenturbezirk sehr hoch. Offene Ausbildungsstellen gab es im Juni noch 1436. „Die Chancen, jetzt noch die passende Ausbildungsstelle zu finden, stehen gut“, stellt Auch fest. „Hierbei wollen wir Ausbildungssuchende unter anderem mit unserem Telefonaktionstag am 15. Juli unterstützen. An diesem Tag beantworten alle Berufsberaterinnen und -berater in Ulm, Biberach und Ehingen von 9 bis 18 Uhr Fragen zur Berufswahl und vermitteln freie Ausbildungsstellen. Also nicht abwarten, sondern anrufen: 0731/160777.“

Im Agenturbezirk wuchs der Stellenbestand um 290 auf 4597 offene Arbeitsangebote an und somit auf den höchsten Stand seit November 2019. Zum Vorjahr ist das ein Plus um 907 Stellen oder 24,6 Prozent. Zugenommen hat die Personalnachfrage im Berichtsmonat verstärkt im Gastgewerbe und im Bereich Verkehr und Lagerei, außerdem im Einzelhandel und im Baugewerbe.

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