Auf EM-Bronze folgt Schlüsselbeinbruch

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 Bei der U23-EM auf der Bahn im belgischen Gent war die Welt für Laura Süßemilch noch in Ordnung. Wenige Tage später stürzte sie
Bei der U23-EM auf der Bahn im belgischen Gent war die Welt für Laura Süßemilch noch in Ordnung. Wenige Tage später stürzte sie bei einem Straßenrennen und brach sich das Schlüsselbein. (Foto: Michaela Ebert)
Schwäbische Zeitung

Bei der U23-Bahn-Europameisterschaft im belgischen Gent hat Laura Süßemilch mit der deutschen Nationalmannschaft die Bronzemedaille im Mannschaftszeitfahren geholt. Kurz darauf stürzte sie schwer und verpasst so die Europameisterschaft auf der Straße.

Für Laura Süßemilch, die beim RSC Biberach groß geworden ist, stand ein sehr umfangreiches Wettkampfprogramm in den EM-Tagen von Gent an. „Bereits am ersten Wettkampftag wurde ich für die Einer-Verfolgung nominiert“, so die 22-Jährige, die aus Zollenreute bei Aulendorf kommt. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 3:37,3 Minuten wurde Süßemilch Fünfte. Am folgenden Tag begann die Qualifikation in der Mannschaftsverfolgung. Das deutsche Team um Süßemilch sicherte sich im ersten Lauf mit einer Zeit von 4:29 Minuten den dritten Platz. Im zweiten Lauf gelang der Deutschen der Einzug ins Finale. Dort ging es letztlich um Platz drei gegen die Niederlande. Zwei Runden vor Schluss konnten die deutschen Fahrerinnen ihre Gegnerinnen stellen und gewannen somit die Bronzemedaille.

Am vierten Renntag wurde Süßemilch im Punktefahren eingesetzt. „Leider war das gar nicht mein Tag. Ich war schon sehr kaputt von den letzten drei Wettkampftagen zuvor und meine Vorbereitung in den vergangenen Wochen fokussierte sich nur auf die Verfolgungsrennen“, so die Zollenreuterin. Am Ende erreichte sie Platz zwölf in dieser Disziplin. „Ich habe mit sehr viel mehr gerechnet“, zeigte sich Süßemilch von dem Ergebnis ziemlich enttäuscht. „Über die Bronzemedaille und den sehr guten fünften Platz bin ich aber überglücklich.“

Direkt nach der EM in Gent ging die Reise weiter nach Holland. Einige Tage später standen noch einmal Vorbereitungswettkämpfe für die deutschen Bahnmeisterschaften an. „Mein Trainer und ich hatten bereits eine perfekte Saisonplanung ausgearbeitet, bis zur anstehenden Pause in vier Wochen. Nur leider kam alles anders als gedacht“, sagte Süßemilch rückblickend. In einem Straßenrennen wurde sie in einen schweren Sturz, einen Kilometer vor dem Zielstrich, verwickelt. Dabei flog Süßemilch bei einer Geschwindigkeit von mehr als 40 Kilometern pro Stunde über ihren Lenker und brach sich das Schlüsselbein. Mit dem Krankenwagen wurde sie ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. In den kommenden Tagen steht nun eine Operation in Deutschland an. „Ich konnte selbst entscheiden, ob ich es operieren lassen möchte oder nicht. Keine OP würde aber einen Ausfall von sechs Wochen bedeuten“, so die Radsportlerin. „Somit kam für mich nichts anderes infrage, als im Krankenhaus zu bleiben und mithilfe der Metallplatte nur für zwei Wochen auszufallen und dann direkt wieder in die Rennsaison einsteigen zu können.“ Am meisten ärgere sie an der Verletzung, dass sie die anstehende Europameisterschaft auf der Straße nicht bestreiten kann. „Ich wurde zum ersten Mal für eine EM auf der Straße nominiert und habe mich sehr auf das Rennen gefreut“, so Süßemilch. Trotz allem schaut sie zuversichtlich in die Zukunft. Denn für die Military World Games in China und vor allem für die Weltcups im Winter will sie wieder topfit sein.

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