Auf den Spuren Erzbergers in Frankreich

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 Schüler, Eltern und Lehrer des Pestalozzi-Gymnasium und der Matthias-Erzberger-Schule vor der Skulptur „Le Manteau Partagé“
Schüler, Eltern und Lehrer des Pestalozzi-Gymnasium und der Matthias-Erzberger-Schule vor der Skulptur „Le Manteau Partagé“ (Foto: MES)
Schwäbische Zeitung

Schüler der beruflich-gymnasialen Mittel- und Oberstufe der Matthias-Erzberger-Schule und der sechsten Klasse des Biberacher Pestallozi-Gymnasiums haben sich auf Spurensuche nach Frankreich begeben. Anlass war eine Einladung des Centre Culturel Eurpéen St. Martin in die Gemeinde Dom-le-Mesnil, in den französischen Ardennen.

Die Schüler stellten fest, dass das Gedenken an den 1. Weltkrieg in Frankreich einen weit höheren Stellenwert einnimmt als in Deutschland. Im französischen Wortschatz findet sich dafür der Begriff „la grande guerre“ (der große Krieg), was die starke Verwurzelung im kulturellen Gedächtnis ausdrückt. Denn der Kriegsschauplatz des 1. Weltkrieges lag weitestgehend in Frankreich. Und auch die Zahl der Toten ist im Vergleich zu den Deutschen erheblich höher. Hinzu kommt, dass man auf beiden Seiten davon ausging, „an Weihnachten wieder zu Hause“ zu sein – wie wir aus Berichten von Zeitzeugen entnehmen konnten. Am 11. November 1918 wurde das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet – für das Deutsche Reich vom Namensträger der Matthias-Erzberger-Schule. In Frankreich wurde der 100. Jahrestag des Waffenstillstands den ganzen Herbst hindurch gefeiert.

Szenen aus Erzberges Leben

An der Veranstaltung in Dom-le-Mesnil nahmen außer den Biberachern Jugendliche aus Amiens und Worms ein. Sie erarbeiteten in Workshops ihre Beiträge für die Zeremonie. Die Schüler der MES bereicherten die Feierlichkeit mit einer szenischen Darstellung wichtiger Etappen aus dem Leben Erzbergers. Die Schüler des PG haben setzten sich zusammen mit ihren Gastgebern intensiv mit regionalem Brauchtum auseinander. Mit einem „Marsch für den Frieden“ (Marche de la Paix) wurde die Veranstaltung abgerundet.

In ehrwürdiger Stille und mit einer religiösen Zeremonie ging es am nächsten Tag in einer Kirche, die dem heiligen Martin geweiht ist. Bewusst war diese Verbindung – in einem Land mit Trennung von Kirche und Staat – gesetzt worden: die Symbolfigur des Teilens mit dem Ende des 1. Weltkriegs zu verbinden. Und so wurde Dom-le-Mesnil im Laufe der Feierlichkeiten als „internationale Kommune des Teilens“ (Commune internationale du partage) ausgezeichnet. Die Skulptur „Le Manteau Partagé“ des Künstlers Michel Audiard soll daran dauerhaft erinnern – und jungen Menschen aus aller Welt diese Verpflichtung wachhalten.

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