Arbeitslosenquote steigt erstmals seit August 2013 wieder auf drei Prozent

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Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Biberach bei 1,9 Prozent, nun beträgt sie 3,0.
Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Biberach bei 1,9 Prozent, nun beträgt sie 3,0. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Schwäbische Zeitung

Bei der Arbeitslosenquote im Landkreis Biberach steht erstmals seit August 2013 wieder eine Drei vor dem Komma. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 1,9 Prozent, nun beträgt sie 3,0. Der Landkreis Biberach weist weiterhin die geringste Arbeitslosenquote aller Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg aus, gefolgt vom Alb-Donau-Kreis mit einer Quote von 3,2 Prozent. Im Juli 2020 wurden im Landkreis Biberach 3537 Arbeitslose gezählt. Dies sind 233 mehr als im Juni und 1315 mehr als vor einem Jahr.

Im gesamten Gebiet der Arbeitsagentur Ulm belief sich am Stellenmarkt der Bestand auf 3575 offene Arbeitsangebote, 115 weniger als im Vormonat. Im Verlauf des Monats Juli meldeten regionale Arbeitgeber 1010 neue Stellen, 51 weniger als im Juni, aber 222 mehr als noch im Mai. „Die Arbeitskräftenachfrage scheint sich einzupendeln, ist aber weiter deutlich unter dem Vorjahresniveau“, sagt Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. „Mit Beginn der Ferienzeit ist vorerst auch nicht mit einer verstärkten Personalnachfrage zu rechnen.“

Nach vorläufigen Daten haben im Landkreis Biberach seit März 1857 Betriebe (+37 gegenüber dem Vormonat) für bis zu 46 161 Beschäftigte (+1511) Kurzarbeit angezeigt. Ob alle Arbeitnehmer, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, auch kurzgearbeitet haben, steht erst nach der Bearbeitung der Anträge auf Abrechnung durch die Bundesagentur für Arbeit fest.

Bei der örtlichen Agentur für Arbeit, die überwiegend Kurzzeitarbeitslose betreut, waren im Juli 2387 Arbeitslose registriert. Dies sind 226 Arbeitslose mehr als im Juni und 1071 mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter des Landkreises, das erwerbsfähige Leistungsberechtigte in der Grundsicherung für Arbeitsuchende betreut, ist die Zahl der Arbeitslosen auf 1150 Personen gestiegen. Im Vergleich der Werte zum Juni sind dies sieben Arbeitslose mehr. Zum Juli des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter um 244 Personen gestiegen.

Seit Jahresbeginn wurden 226 Arbeitsuchende (Vorjahr: 407) mit Unterstützung des Jobcenters in eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle vermittelt – nach 25 im Juni wurden im Juli 42 gezählt. Im Juli 2019 waren es jedoch noch 73 Vermittlungen.

Derzeit werden im Jobcenter 2083 Bedarfsgemeinschaften betreut. Dies sind acht mehr als im Juni und 92 mehr als im Vorjahr. Damit bezogen im Juli 2020 insgesamt 4329 Bürger des Landkreises Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Vor einem Jahr bezogen 4372 Bürger Leistungen des Jobcenters.

Um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen, nehmen derzeit 661 (Vormonat: 645) Arbeitslosengeld-II-Bezieher an Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen teil. Zusätzlich werden vom Landkreis 349 Personen (Vormonat: 356) durch Leistungen wie Kinderbetreuung, Sucht-, psychosoziale Betreuung oder Schuldnerberatung unterstützt.

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