Arbeitslosenquote im Landkreis Biberach steigt auf 2,2 Prozent

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 Im August wurden im Landkreis Biberach 2561 Arbeitslose gezählt.
Im August wurden im Landkreis Biberach 2561 Arbeitslose gezählt. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Arbeitslosenquote ist im Landkreis Biberach von 1,9 auf 2,2 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote ebenfalls bei 2,2 Prozent. Der Landkreis Biberach weist wie der Bodenseekreis mit 2,2 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg auf, gefolgt vom Alb-Donau-Kreis, Ravensburg und dem Enzkreis mit jeweils 2,5 Prozent.

Im August wurden im Landkreis Biberach 2561 Arbeitslose gezählt. Dies sind 339 mehr als im Juli, jedoch acht weniger als vor einem Jahr. Bei der örtlichen Agentur für Arbeit, die überwiegend Kurzzeitarbeitslose betreut, waren im August 1549 Arbeitslose registriert. Dies sind 233 Arbeitslose mehr als im Juli und 169 mehr als vor einem Jahr.

„Dass im August die Arbeitslosigkeit zunimmt und die Quote steigt, ist saisonal üblich. Vor allem Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen melden sich vorübergehend arbeitslos“, erklärt Christine Landskron-Rieger, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Ulm und fährt fort: „Junge, ausgebildete Menschen haben auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen, um nach den Sommerferien zügig wieder eine Anstellung zu finden.“ Dafür spricht auch die Kräftenachfrage. Trotz des Ferienmonats meldeten regionale Arbeitgeber im August 1658 neue Stellenangebote, 477 mehr als im Juli. Hingegen sank der Stellenbestand mit aktuell 5851 offenen Arbeitsangeboten leicht um 16 Offerten. „Personal wird gesucht, jedoch nicht mehr auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres“, erläutert Landskron-Rieger.

1195 Lehrstellen unbesetzt

Im Berichtsmonat waren im Bereich der Agentur für Arbeit Ulm noch 1195 Ausbildungsstellen unbesetzt, 120 mehr als zur selben Zeit im Vorjahr. Seit Oktober vergangenen Jahres meldeten sich 2735 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, davon waren im August noch 385 ohne Ausbildungsplatz. „Alle, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, sollten umgehend Kontakt zur Berufsberatung der Arbeitsagentur aufnehmen oder ins Berufsinformationszentrum kommen. Es ist noch nicht zu spät, um eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden“, betont Christine Landskron-Rieger.

Im laufenden Berufsberatungsjahr meldeten sich bislang 2735 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 122 weniger als vor einem Jahr. 385 Bewerber waren im August noch auf Ausbildungssuche, 149 weniger als im Vorjahr. Arbeitgeber meldeten bis dato 4274 Ausbildungsstellen, 143 mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon waren noch 1195 unbesetzt. Die meisten noch offenen Angebote gab es für Verkäufer, Einzelhandelskaufmann, Handelsfachwirt (Ausbildung), Bäckereifachverkäufer, Fachkraft Lagerlogistik, Maurer, Bäcker, Fleischereifachverkäufer, Zahnmedizinischer Fachangestellter und Zimmerer.

5851 offene Arbeitsstellen

Regionale Arbeitgeber meldeten 1658 neue Stellen, 477 mehr als im Juni und 35 weniger als im Vorjahr. Die Zunahme ist insbesondere auf den Bereich der Zeitarbeit zurückzuführen, aber auch auf das verarbeitende Gewerbe, den Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen und auf die öffentlichen Verwaltungen. Insgesamt bleibt der Personalbedarf hoch, erreicht aber nicht mehr das sehr hohe Niveau des Vorjahres. Mit 5851 offenen Arbeitsangeboten ist der Stellenbestand zum Vormonat um 16, zum Vorjahr um 682 Offerten gesunken. 15,7 Prozent der gemeldeten Arbeitsstellen sind auf Helfer- und 65,1 Prozent auf Fachkraftniveau. 19,2 Prozent der Stellen richten sich an Spezialisten und Experten, beispielsweise Techniker, Meister oder Akademiker.

Beim Jobcenter des Landkreises Biberach, das erwerbsfähige Leistungsberechtigte in der Grundsicherung für Arbeitsuchende betreut, hat sich die Zahl der Arbeitslosen auf 1012 Personen erhöht. Im Vergleich zum Juli sind dies 106 Arbeitslose mehr. Verglichen mit dem August des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter um 177 Personen gesunken. In den ersten acht Monaten des Jahres konnten 478 Arbeitsuchende (Vorjahr 539) mit Unterstützung des Jobcenters in eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle vermittelt werden.

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