Arabischsprachige Zeitung „Abwab“ als Angebot für Flüchtlinge

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Schwäbische Zeitung

Ab sofort liegt in der Stadtbücherei Biberach die Zeitung „Abwab“, die erste in Deutschland erscheinende arabischsprachige Zeitung, zum Lesen und Mitnehmen aus. Sie wendet sich speziell an Flüchtlinge, die erst seit kurzem in Deutschland sind.

„Abwab“, übersetzt „Türen“, erscheint monatlich und behandelt neben wichtigen Nachrichten aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge vor allem relevante Themen aus Deutschland. Die Artikel sind vorwiegend in arabischer Sprache gehalten, jedoch werden auch einige ins Deutsche übersetzt. Neben den Autoren, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, gibt es auch solche, die aus Syrien und dem Irak berichten. Gelesen werden soll die Zeitung vor allem von Flüchtlingen aus den arabischsprachigen Ländern wie etwa Syrien, dem Irak, Tunesien oder Marokko. Sie richtet sich hauptsächlich an Neuankömmlinge, die noch nicht gut genug Deutsch können, um sich aus anderen Quellen zu informieren.

Gegründet wurde die Zeitung von dem in Köln lebenden syrischen Schriftsteller Ramy al Asheq. Er ist 26 Jahre alt und kam über ein Autorenstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland. Hier hat er bereits für die Tageszeitung „taz“ und das Magazin „Fluter“ geschrieben. Seit Dezember schreibt er nun in seiner eigenen Zeitung.

In dem arabischen Vorwort zur ersten Ausgabe, die im Dezember erschienen ist, schreibt al Asheq über die Flüchtlinge: Sie „kommen in das neue Land, von dem sie nicht viel wissen. Weder über die Kultur noch die Gesellschaft noch die Politik.“ Mit der neuen Zeitung will er ihnen eine Tür zum Leben in Deutschland öffnen. Daher auch der Name „Abwab“ („Türen“). Die Medienfirma nhd Consulting aus Offenbach steht als Investor hinter dem Projekt.

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