Angebot für begabte Kinder im Kreis geht weiter

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 So spannend geht es bei den Schülern im Chemiekurs an der Grundschule Attenweiler zu.
So spannend geht es bei den Schülern im Chemiekurs an der Grundschule Attenweiler zu. (Foto: privat)

Seit acht Jahren gibt es die Hector-Kinderakademie im Landkreis Biberach. Besonders begabte Grundschulkinder können hier gezielt gefördert werden. Das Projekt läuft Ende des Jahres aus, bereits jetzt hat die Hector-Stiftung sich bereit erklärt, bis Ende 2024 weiterzumachen. Die Bewerbung des Landkreises läuft. In der jüngsten Sitzung des Kultur- und Schulausschusses wurden die Kreisräte über den Sachstand informiert. Die Begeisterung im Gremium war groß, gefolgt von der Bitte, die Eltern umfassender zu informieren und mehr Grundschulen für die Hector-Kinderakademie zu begeistern.

Insgesamt gibt es 66 Hector-Kinderakademien in Baden-Württemberg, 2000 Grundschulen nehmen an diesem Projekt teil. Im Kreis Biberach sind das die Grundschulen in Attenweiler und Erolzheim und die Bronner-Berg-Grundschule in Laupheim. Der Landkreis erhält von der Hector-Stiftung jährlich 38 000 Euro für dieses zusätzliche außerunterrichtliche Angebot für besonders begabte Kinder. Die Auswahl trifft der Klassenlehrer nach einem standardisierten Beobachtungsbogen und schlägt die Schüler dann auch vor.

Für Karl-Josef Strohm, Rektor der Grundschule Attenweiler, ist die Kinderakademie ein Herzensanliegen. „Wir machen viel für weniger begabte Kinder, aber haben nur wenig Angebote für besonders begabte Kinder.“ Er selbst leitet an seiner Schule zwei Kurse und weiß: „Für die Schüler ist das etwas Einmaliges, sie nehmen das Angebot mit Begeisterung an.“ Deshalb hofft er inständig auf die Weiterführung des Projekts. Schwierig sei es allerdings, an qualifizierte Kursleiter zu kommen.

60 Prozent der Kurse müssen laut Stiftung aus dem MINT-Bereich stammen, also mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik zu tun haben. Im Landkreis Biberach nehmen jährlich zwischen 500 und 600 Kinder aus nahezu allen Grundschulen des Kreises teil. An den drei Standorten werden zwischen 60 und 70 Kurse pro Schuljahr angeboten.

Auffällig war für die Kreisräte, dass keine Grundschule aus dem westlichen Landkreis am Projekt teilnimmt. „Das liegt einfach daran, dass sich damals keine Schule aus dem westlichen Landkreis für das Angebot interessiert hat“, sagt Gisela Baumann, Leiterin des Amts für Bildung und Schulentwicklung im Landkreis Biberach. Das kann Karl-Josef Strohm nur bestätigen und fügt hinzu: „Es waren alle Schulleiter zur Sitzung eingeladen.“ Ob mittlerweile doch mehr Schulen Interesse hätten, soll nun erneut überprüft werden. „Auch Sie sind Botschafter und können in Ihren Gemeinden auf die Hector-Kinderakademie aufmerksam machen“, sagt Landrat Heiko Schmid.

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