Andreas Zumach hält Vortrag über Gegenwart und Zukunft der Vereinten Nationen

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 Die vier „Wakkas-Sisters“ stammen aus Syrien.
Die vier „Wakkas-Sisters“ stammen aus Syrien. (Foto: Hans Reichenzer)
Schwäbische Zeitung

Über die Vergangenheit, die Gegenwart und vor allem die Zukunft der Vereinten Nationen (UNO) hat Andreas Zumach beim Biberacher Friedensbündnis gesprochen. Das berichtet Gudrun Zink vom Friedensbündnis. „Bei der UNO in Genf finden seit einigen Wochen Friedensverhandlungen für eure Heimat Syrien statt“, begann Andreas Zumach seine Rede und sprach damit die „Wakkas-Sisters“ an. Mit Liedern aus ihrer syrischen Heimat bereicherten diese vier kurdischen Schwestern die Herbstveranstaltung des Friedensbündnisses.

Sie leben seit 2016 mit ihren Eltern in Deutschland. Die Schwestern spielen mehrere Instrumente und besuchen in Biberach die Musikschule und das Gymnasium. Zumach, der als freier Korrespondent seit 1988 in Genf bei der UNO arbeitet, betonte die Wichtigkeit der UNO bei dem Zustandekommen von Friedensverhandlungen. „Verfeindete syrische Gruppierungen, die sich seit Jahren bekriegen, sitzen in Genf gemeinsam an einem Tisch, um Lösungen zu finden für das kriegsgeplagte Syrien“, sagte er.

Zumach ging eingangs auf die Geschichte und die Erfolge der UNO ein. Die UNO, heute ein Zusammenschluss von 193 Staaten, wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet. Oberstes Ziel war damals: „Die größte Geisel der Menschheit, der Krieg, soll endgültig aus der Welt geschafft werden.“

Dies sei der UNO nicht gelungen, stellte Zumach fest. Trotzdem könne sie große Errungenschaften vorweisen wie die Erklärung der Menschenrechte. Zumach sparte aber auch nicht mit Kritik an der UNO. „Viele Menschen haben heute den Eindruck, dass die UNO versagt.“ Das Völkerrecht werde immer häufiger verletzt, es komme vermehrt zu kriegerischen Auseinandersetzungen, der Egoismus der Nationalstaaten nehme zu, der Einfluss der fünf „Vetomächte“ USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sei zu groß und blockiere häufig wichtige Entscheidungen der UN, sagte Zumach. Sein Fazit: „Bei der UNO sind wichtige Reformen notwendig.“ Er betonte am Schluss der Veranstaltung: „Lokale zivilgesellschaftliche Gruppen können wichtige Impulse setzen für die zukünftige Arbeit der UN. Für die Zukunft ist jedoch die Stärkung und Reformierung der UNO unabdingbar. Denn nur eine starke UN kann alle politischen und friedlichen Konfliktlösungen ausschöpfen, um drohende Kriege zu verhindern.“

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