Analyse der EU-Wahl: Die Grünen sind im Kreis Biberach der klare Gewinner

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Die Bürger aus der Region haben gewählt.
Die Bürger aus der Region haben gewählt. (Foto: Thomas Warnack)
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Die Grünen sind auch im Landkreis Biberach der klare Gewinner der Europawahl. Im Vergleich zum Ergebnis von 2014 konnten sie ihr Ergebnis nahezu verdoppeln - von 10,4 auf 20,5 %. Stärkste Kraft bleibt die CDU mit 40,4%. Einem Debakel gleich kommt das Ergebnis der SPD, die auf 8,9 % abstürzte. Wie wichtig den Menschen im Kreis die Europawahl war, zeigt die Wahlbeteiligung von 64,2 %.

Lange hatte es gedauert, bis das vorläufige Endergebnis für den Landkreis Biberach feststand. In der Kreisstadt gab es offenbar Probleme beim Auszählen eines Briefwahlbezirks. Erst gegen 23.40 Uhr lagen die Zahlen schließlich vor. Sie erbrachten eine zum Teil deutliche Verschiebung der politischen Kräfte.

Die Zeiten von Wahlergebnissen jenseits der 50 Prozent sind für die CDU auch im Kreis Biberach vorbei. Mit 40,2 % setzte sich der Trend der vergangenen Bundestagswahl auch bei der Europawahl fort.

Die SPD, die in Oberschwaben traditionell zu kämpfen hat, muss feststellen, dass sie die Wähler diesmal überhaupt nicht erreichen konnte. Nach 16,1 % vor fünf Jahren, sind die Sozialdemokraten jetzt nicht einmal mehr zweistellig. 8,9 % bedeuten einen neuen Tiefpunkt.

Obenauf sind dagegen die Grünen, die sich mit 20,5 % klar zur zweitstärksten Kraft im Landkreis Biberach aufschwingen. Sie konnten ihren Stimmenanteil zur vergangenen Europawahl damit fast verdoppeln.

Zuwächse kann auch die AfD verzeichnen. Sie landet bei 9,3 % und damit um 3,4 Prozentpunkte besser als 2014. Damit liegt sie zwar 0,5 Prozentpunkte vor der abgestürzten SPD, aber längst nicht so hoch, wie das Umfragen vor Monaten noch vorhergesagt hatten.

Für die FDP geht es leicht nach oben von 3,1 auf rund 5,9 % . Die Liberalen hatten aber vor fünf Jahren einen massiven Absturz um mehr als zehn Prozentpunkte hinnehmen müssen.

Nur eine Randerscheinung bleibt im Landkreis bei dieser Europawahl die Linke. Sie holt magere 1,9 % und wird dabei noch von den Freien Wählern übertroffen (3,2 %), die hier im Wahlkampf aber gar nicht in Erscheinung getreten sind. Möglich, dass mancher Wahlberechtigte sie für Vertreter der gleichnamigen Listen bei der Kommunalwahl gehalten hat, was sie aber nicht sind.

Achtungserfolge erzielt im Kreis Biberach seit jeher die ÖDP, die auch diesmal rund 2,2 % erreicht.

Ein Gewinner der Europawahl ist auch im Landkreis Biberach die Demokratie an sich. Denn die Aufrufe an vielerlei Stellen, sich an der Wahl zu beteiligen, scheinen gefruchtet zu haben. Mit 64,2 % lag die Wahlbeteiligung diesmal deutlich höher als vor fünf Jahren (54 %).

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