Ampeln: Auf diesen Strecken gibt es eine grüne Welle

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Schwäbische Zeitung

Ohne sie würde es im Straßenverkehr wohl deutlich chaotischer zugehen: Ampeln. Grün, gelb, rot – auf welchen Strecken im Biberacher Stadtgebiet gibt es für Verkehrsteilnehmer eine grüne Welle? Und was verbirgt sich hinter dem sogenannten „Alles-rot-Programm“? Daniel Häfele hat bei der Sprecherin der Stadt Biberach, Andrea Appel, nachgefragt.

Es gibt 27 Ampelanlagen im Biberacher Stadtgebiet. Für deren Wartung und Programmierung sind unterschiedliche Firmen zuständig. Inwiefern können die Ampeln bei dieser Voraussetzung überhaupt passend aufeinander abgestimmt werden?

Für die Wartung sind drei Firmen zuständig, wobei die Zuständigkeiten klar abgegrenzt sind. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten resultieren aus der Ausschreibung von Maßnahmen, die bei der Einrichtung oder Änderungen von Anlagen gemacht werden mussten. Eine Firma ist nur für die Fußgängeranlage bei der Gaisental-Grundschule zuständig, die nicht mit anderen Ampeln abgestimmt sein muss. Für den Bereich Bismarckring, Waldseer Straße/Rollinstraße, die in sich aufeinander abgestimmt sind, sowie den Bereich Ulmer Straße/Zufahrt Obere Stegwiesen ist eine andere Firma zuständig. Die Bereiche Bismarckring und Waldseer Straße/Rollinstraße sind in sich aufeinander abgestimmt. Die Anlage Ulmer Straße/Zufahrt Obere Stegwiesen ist mit den anderen Anlagen in der Ulmer Straße, für die die dritte Firma im Bunde zuständig ist, über Funk verbunden, sodass auch hier eine Welle erzielt werden kann. Diese dritte Firma ist auch für die restlichen Anlagen zuständig.

Viele Autofahrer sagen: Auf dem Bismarckring gibt es keine grüne Welle. Inwiefern entspricht das der Wahrheit?

Es gibt auf dem Bismarckring eine grüne Welle. Allerdings wird sie unterbrochen, wenn Busse von ihrer Busbevorrechtigung Gebrauch machen.

Auf welchen Routen gibt es denn zudem eine grüne Welle?

Grüne Wellen gibt es in den Bereichen Bismarckring, Eselsberg/Memminger Straße/Ulmer Straße, Waldseer Straße/Königsbergallee bis Rollinstraße und auf der Memminger Straße zwischen Hans-Liebherr Straße und Theodor-Heuss-Straße.

In Biberach schalten sich die meisten Ampeln nachts aus. Woran orientieren sich die Betriebszeiten?

Die meisten Ampeln schalten um 21 beziehungsweise 22 Uhr aus. 2016 haben wir eine Informationsvorlage an den Bauausschuss zum Thema erstellt, in deren Anlage die Schaltzeiten festgehalten sind (Drucksache Nr. 2016/102). Sie kann über das städtische Ratsinformationssystem im Internet unter www.ris-biberach.de eingesehen werden. Die Betriebszeiten orientieren sich an der Verkehrsbelastung der einzelnen Einmündungen und Kreuzungen zu den unterschiedlichen Tageszeiten.

In letzter Zeit ereigneten sich an defekten oder ausgeschalteten Ampeln Unfälle mit teils hohem Sachschaden. Aus welchen Gründen kann die Ampelanlage an der Kreuzung Ulmer Straße (B 465/ L 267) nicht 24 Stunden in Betrieb sein?

Nur zwei der insgesamt sechs Unfälle im Jahr 2017 im gesamten Kreuzungsbereich ereigneten sich, als die Ampelanlage nicht in Betrieb war. In beiden Fällen gab es keinen Personenschaden. Insgesamt gab es bei den sechs Unfällen nur eine Leichtverletzte. Eine Mofa-Fahrerin stürzte beim Bremsen vor der roten Ampel. Es besteht daher keine Notwendigkeit, die Ampelanlage 24 Stunden in Betrieb zu halten. Generell müssen Verkehrsteilnehmer bei abgeschalteten Ampeln erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen und die ausgeschilderten Regelungen beachten.

Die Kreuzung Ehinger Straße/ Bismarckring galt in 2016 als Unfallschwerpunkt. Die Stadt reagiert mit einem „Alles-rot-Programm“. Was verbirgt sich dahinter?

An der Kreuzung Ehinger Straße/Bismarckring ereigneten sich 2016 insgesamt vier Unfälle mit einem Leichtverletzten. Bei einem der Unfälle war die Ampel nicht in Betrieb, zeigte jedoch gelbes Blinklicht. „Alles Rot“ bedeutet, dass die Anlage 24 Stunden in Betrieb ist. Außerhalb der regulären Betriebszeit sind alle Äste der Kreuzung dauerhaft auf Rot gestellt. Sobald sich ein Fahrzeug nähert und über die Kontaktschleife fährt, wird auf Grün geschaltet. An den Kreuzungen Königsbergallee/Rollinstraße und Königsbergallee/Waldseer Straße ist dieses Programm bereits seit vielen Jahren im Einsatz. An der Kreuzung Ehinger Straße/Bismarckring wird es gerade installiert und ist vermutlich im Frühjahr einsatzbereit.

Wer wird von den Ampeln mehr ausgebremst – Autofahrer oder Fußgänger beziehungsweise Radfahrer?

Ich möchte hier nicht von Ausbremsen sprechen. Ziel von Ampelschaltungen ist es, die anfallenden Verkehrsmengen zu jeder Tageszeit zu bewältigen und dabei alle Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen. Eine positive Veränderung an einer Stelle kann sich in diesem komplexen System an anderer Stelle negativ auswirken. Verkehrsströme und Verkehrsstärken sind auch nicht starr und auch die Verkehrspolitik spielt eine Rolle.

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