Am Ende wird der Kater Finanzminister

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 Der böse Zauberer wird am Ende des Märchens besiegt.
Der böse Zauberer wird am Ende des Märchens besiegt. (Foto: Aylin Duran)
Aylin Duran

Mit gebannten Augen haben die Kinder am Freitag in der Stadthalle auf die Bühne geschaut, wo das zauberhafte Musical „Der gestiefelte Kater“ aufgeführt wurde. Mit ihrem musikalischen Kindertheater entführten Eberhard Streul, Mitgründer der Musikbühne Mannheim, und Marie-Christin Sommer ihr Publikum in die Märchenwelt. Hier sprangen neben einem armen Müllersohn und einem furchteinflößenden Zauberer auch ein außergewöhnlich schlauer und liebenswerter Kater über die Bühne.

Als der Müller stirbt, erbt sein jüngster Sohn zu seinem großen Entsetzen weder dessen Mühle, noch seinen Esel. Stattdessen vermacht ihm sein Vater einen namenlosen Kater. Die Brüder sind verzweifelt, als sie erfahren, dass ihr Vater zudem bei einem Zauberer hoch verschuldet ist. Obwohl Heiner der gerissene Kater vorerst nutzlos erscheint, bringt er es nicht übers Herz, das Tier allein zu lassen. Das zahlt ihm der gestiefelte Kater im Laufe der Zeit doppelt und dreifach zurück.

Gleich zu Beginn der Vorstellung wird das Publikum mit einbezogen. Elegant bewegt sich der Kater über die Bühne, animiert die Zuschauer dazu, ein Katzenlied zu trällern und stellt sofort klar: „Ich bin kein normaler Kater!“.

Als Unterstützung dient dem gestiefelten Kater ein Zuschauerkind, das Katzenöhrchen aufzieht und den Kater auf der Bühne berät. Gemeinsam hecken die beiden einen genialen Plan aus. Sobald der Kater Stiefel und einen Hut besitzt, macht er sich auf den Weg zum Königsschloss, um seinen bitterarmen Besitzer zu einem reichen Mann zu machen. Das raffinierte Tier benutzt die Gier der Menschen, um sie zu täuschen.

Besonders amüsant wurde das Musical an Stellen, an denen die Geschichte vom originalen Märchen abwich. Zum Beispiel in der Szene, in der der jüngste Müllerbursche beinahe im Fluss ertrank, während sich der wasserscheue Kater weigerte, ihn an Land zu zerren. Glücklicherweise hatte die Prinzessin jedoch längst ein Auge auf Heiner geworfen. Sie rettete sein Leben und schreckte auch vor einer anschließenden Mund-zu-Mund-Beatmung nicht zurück.

Im Schloss des Königs flog Popcorn durch die Luft, außerdem wurde auf der Bühne fleißig gesungen, getanzt und sogar gezaubert. Schließlich musste der Kater den Zauberer erst dazu bringen, sich in eine Maus zu verwandeln, bevor er das Tier genüsslich verzehren konnte. Böse wie der Magier nun einmal war, lag die Maus dem armen Kater anschließend noch schwer im Magen.

Heiner quälten jedoch Schuldgefühle und am Hofe gestand er die Taten des cleveren Katers. Eine Strafe blieb allerdings aus. Letztendlich hatte es der gestiefelte Kater nicht nur geschafft, Heiner zu einem reichen Mann mit Adelstitel zu machen, der eine schöne Prinzessin an seiner Seite hatte.

In diesem amüsanten Musical war der König so begeistert vom gestiefelten Kater, dass er das liebenswerte Tier schlussendlich sogar noch zu seinem Finanzminister ernannte.

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