Am Ende gibt’s ein Foto für die Oma

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Da wird sich die Oma aber freuen: Regisseur Daniel Prochaska wird für seinen Debütspielfilm „Geschenkt“ vom Biberacher Publikum
Da wird sich die Oma aber freuen: Regisseur Daniel Prochaska wird für seinen Debütspielfilm „Geschenkt“ vom Biberacher Publikum beklatscht. (Foto: Georg Kliebhan)
Aylin Duran

Bei den 40. Biberacher Filmfestspielen hat die österreichische Komödie „Geschenkt“ die Zuschauer begeistert. Der Debütspielfilm von Regisseur Daniel Prochaska erzählt die Geschichte eines mürrischen, unglücklichen Journalisten (Thomas Stipsits), der dem Alkohol nicht abgeneigt ist und sich mit seinem 14-jährigen Mitbewohner Manuel (Tristan Göbel) in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft in St. Pölten niedergelassen hat.

Die Komödie kann mit witzigen Dialogen und unerwarteten Wendungen in der Handlung punkten. Gedreht wurde er in St. Pölten und Wien zur Vorweihnachtszeit, und der Schauplatz verwandelt den Spielfilm zu einem wunderschönen Weihnachtsmärchen.

Hauptfigur Gerold Plassek verabscheut seinen Job als Journalist bei einem Regionalblatt, sieht meist ungepflegt und verwahrlost aus und versucht, seinen Unmut täglich in Alkohol zu ertränken. Früher hatte er angenommen, die Welt verändern zu können: Als Student war er ein energiegeladener Mann gewesen und arbeitete daran, ein eigenes Buch zu verfassen. Damals hatte er noch Wünsche und Träume.

Mit dem fortschreitenden Alter trifft ihn dann die ernüchternde Wahrheit: Eine feste Partnerin hat er nicht, er hasst seinen Job abgrundtief und macht grundsätzlich nur das Nötigste, um irgendwie über die Runden zu kommen.

Das Zusammenleben mit dem jugendlichen Manuel bringt jedoch positive Veränderungen in Plasseks Leben. Obwohl die beiden anfangs nicht sehr begeistert voneinander sind, oft streiten und glauben, keine Gemeinsamkeiten oder gleiche Interessen zu haben, sind sie sich ähnlicher, als sie vorerst annahmen.

Obwohl der Film als Komödie beschrieben wird, regen einige Szenen und Dialoge zum Nachdenken an. Behandelt wird neben Plasseks Alkoholproblem auch die schwierige Situation, in der sich Manuels bester Freund befindet. Dessen Familie ist nach Österreich geflüchtet, nun droht es ihnen, abgeschoben zu werden.

Bart kommt wieder ab

Nach dem Abspann waren Regisseur Daniel Prochaska, Produzent Gerald Podgomig, sowie Schauspieler Thomas Stipsits und Matthias Pötsch (Kamera) im Kinosaal anzutreffen. Die Zuschauer konnten ihre Fragen stellen, unter anderem kam die Frage auf, ob Stipsits sich seinen Bart ausschließlich für seine Rolle als mürrischer Journalist hat wachsen lassen. „Ja, der kam direkt nach Ende der Dreharbeiten wieder ab“, schmunzelte Stipsits. Seiner Frau gefiel der Bart anscheinend nicht besonders.

Weshalb er eine Mütze trug, erklärte er dann auch direkt – die Haare auf dem Kopf werden eben immer weniger. Letzten Endes bat Regisseur Daniel Prochaska seine Zuschauer darum, für eines seiner Selfies im Kinosaal zu klatschen – schließlich glaube seine Oma ohne handfeste Fotobeweise nicht, dass „Geschenkt“ erfolgreich bei den Biberacher Filmfestspielen gezeigt wurde.

Die Ausstrahlung des Films im Fernsehen ist für 2019 im Rahmen des „FilmMittwoch im Ersten“ in der ARD geplant.

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