Alte Säcke, neue Kleider

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Aus Geldsäcken zum Transport von Banknoten wurden Kleider.
Aus Geldsäcken zum Transport von Banknoten wurden Kleider. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Früher umhüllten sie Millionen und Milliarden an Euro-Banknoten, jetzt hübschen sie Teenager auf: die Geldsäcke der Bundesbank. Seit einigen Jahren werden die Euro-Banknoten nicht mehr in Geldsäcke abgepackt, sondern in Kartons aufbewahrt. Gelegentlich hat man die alten Säcke schon beim Sackhüpfen auf Kindergeburtstagen gesehen, jetzt haben Schüler der zehnten Klasse des Wieland-Gymnasiums in Biberach aus Geldsäcken Kunst gemacht, die buchstäblich anziehend ist.

Der Kunstkurs der zehnten Klasse fertigte nämlich aus ehemaligen Geldsäcken und anderen Kleiderteilen schicke „Redesign-Kleider“. Die Idee dazu hatte Kunstlehrerin Salla Winkler, deren Ehemann Daniel Architekt ist und dessen Büro seit Ende 2015 die Brandschutzsanierung in der Bundesbankfiliale Ulm leitet. „Er hat mir von den Geldsäcken, die nicht mehr benötigt werden, erzählt. Und mir kam die Idee, im Stile von Vivienne Westwood hier Kleidung zu erstellen“, erinnert sich Salla Winkler. Ihr Mann fragte beim Ulmer Filialleiter Oliver Knur an, ob er die Säcke verwenden könne. Und dieser erteilte nach Rücksprache mit der Betriebsorganisation in der Hauptverwaltung Baden-Württemberg die Zusage. „Wir haben aber vereinbart, dass die Kleider nicht gewerblich verkauft werden dürfen“, sagt Knur.

Beim Sommerfest der Filiale Ulm präsentierten die Schüler in einer Modenschau den Filialbeschäftigten ihre kreativen Redesign-Klamotten, was dort gut ankam. Und nach den Säcken setzte das Gymnasium, das Kunst ab der achten Klasse als Hauptfach anbietet, noch etwas Kreatives mit Bankennoten-Schreddergut obendrauf. Die Schredderabfälle wurden genutzt, um für die Dächer von Modellbauten eine Art „Kunstrasen“ darzustellen. „Das ist auch ein tolles Material“, schwärmt Kunstlehrerin Salla Winkler. „Jetzt brauche ich aber erst mal die Sommerferien, um auf neue Ideen zu kommen.“

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