Alle trauen dem SV Mietingen den Titel zu

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 Die Vereinsfunktionäre der Bezirksligisten sind sich vollkommen einig: Der künftige Meister heißt SV Mietingen (hier Marcel Rol
Die Vereinsfunktionäre der Bezirksligisten sind sich vollkommen einig: Der künftige Meister heißt SV Mietingen (hier Marcel Rolser). (Foto: Volker Strohmaier)
Gerhard Kirchenmaier

Nach 112 Tagen Abstinenz rollt ab Sonntag, 17. März. wieder der Ball in der Fußball-Bezirkliga Riß. Angesichts des sehr komfortablen Vorsprungs des Tabellenführers sind sich die Vereinsfunktionäre bei der SZ-Umfrage in der Winterpause vollkommen einig gewesen – der künftige Meister heißt SV Mietingen. Deutlich mehr Spannung versprechen das Rennen um dem zweiten Platz, für den es mehrere ernsthafte Anwärter gibt, sowie der Abstiegskampf.

Die meisten Vereine haben kaum oder nur wenige Kaderänderungen zu vermelden. Ausnahmen bilden der TSV Ummendorf, dem sich vier Spieler angeschlossen haben und der SV Reinstetten, der allerdings den Abgang von drei Akteuren zu verkraften hat. Bodenständigkeit und auch ein Stück Vertrauen in das vorhandene Personal kann man bei fünf Bezirksligisten, die mit unverändertem Kader in den zweiten Saisonabschnitt gehen, feststellen. Bei der TSG Achstetten übernahm das Trainerduo Stanzl/Böhringer das sportliche Ruder (SZ berichtete), alle anderen Vereine gehen mit jenen Übungsleitern in die Restserie, die auch am letzten Spieltag vor der Winterpause auf der Kommando-Brücke standen.

Gertler wechselt zum Tabellenführer

Selbst ein brandheißer Meisterkandidat muss kühlen Kopf bewahren. Auch beim SV Mietingen weiß man, dass die von der Konkurrenz zugeteilte Favoritenrolle noch kein Freibrief auf die Meisterschaft ist. Die ist aber das eigene erklärte Ziel, in den guten Vorbereitungsspielen deutete der SVM schon mal starke Form an. Mit dem Zugang des landesligaerprobten Schlussmanns Dominik Gertler vom SV Reinstetten wird der ohnehin schon gute SVM-Kader qualitativ weiter aufgewertet.

Blickt man auf die Mannschaften, die dem SVM vielleicht doch noch gefährlich werden könnten, trifft man zunächst auf den VfB Gutenzell. Der spielte eine überraschend gute Hinserie, hatte seine Stärken im mannschaftlichen Kollektiv und will genau mit diesem Konzept und unverändertem Kader die Restserie weiterführen. Auch wenn in den Testspielen noch Luft nach oben war, strebt man einen Platz unter den ersten fünf an. Beim punktgleichen Tabellendritten SV Sulmetingen wird man bei der Definition des Saisonziels etwas konkreter. „Weiter vorne mitspielen“ bedeutet dann wohl nichts anderes als zumindest Platz zwei in der Endabrechnung einzunehmen. Ein kleines Handicap könnte jedoch der Spielplan sein, der SVS tritt gegen die Spitzenteams ausnahmslos auf deren Gelände an. Unter anderem auch beim ebenfalls mit 29 Punkten ausgestatteten Vierten SF Schwendi, den man getrost als einen aussichtsreichen Anwärter auf den Relegationsplatz bezeichnen darf. Gute bis sehr gute Testspielauftritte der Sportfreunde nähren diese Einschätzung auch, Heimkehrer Yannick Harsch sollte nach Zwischenstationen in Laupheim, Ulm und Illertissen eine weitere Verstärkung sein. Aufsteiger SV Baustetten hat sich in der Bezirksliga schnell eingelebt und spielt bislang eine stabile Runde. Beim Fünften hat man Selbstvertrauen genug und will nach eigenen Aussagen weiter im oberen Drittel mitmischen. Der durch zwei Zugänge nochmals verbreiterte Kader gibt einiges her. Auch wenn der SVB mehr Spiele als die Konkurrenz bestritten hat, scheint die eigene Vorgabe machbar zu sein.

SVR will erfolgreichen Fußball

Für die eigene Zielvorgabe attraktiven und attraktiven Fußball zu spielen, hat der Sechste SV Ringschnait sicherlich das geeignete Personal. Speziell im zweiten Teil der Hinserie konnte der SVR seine Qualität auf dem Platz aber nicht immer umsetzen. Wenn die Boscher-Elf im zweiten Saisonabschnitt neben dem anvisierten guten Fußball auch noch ergebnisorientiert spielt, könnte auch der Relegationsplatz im Bereich des Möglichen liegen. Beim Siebten SV Steinhausen hat man zurückhaltende Saisonziele formuliert – der Klassenerhalt soll es in der sechsten Bezirksliga-Saison sein. Den Rottumtalern dürfte andererseits aber wohl auch kaum entgangen sein, dass der Abstand auf Platz zwei nur ganze vier Punkte beträgt. Wenn den SVS kein dramatischer Leistungsabfall einholt, ist ein einstelliger Tabellenplatz wohl realistisch.

Beim SV Dettingen strebt man nach eigenen Angaben die erste Tabellenhälfte an. Das gibt eine Menge Spielraum an Interpretation, zum oberen, dicht gedrängten Tabellendrittel ist der Weg bei fünf Punkten Abstand nicht allzu groß. Der SVD hatte seine beste Phase in der zweiten Hälfte der Hinserie. Wenn die Betz-Elf da nahtlos anschließen kann, ist eine klar bessere Abschlussplatzierung möglich. Die Gegenwart im Blick – die Zukunft im Visier. So kann man die weitere, perspektivisch ausgerichtete Planung beim Neunten SV Eberhardzell umschreiben. Im weiteren Verlauf der Saison will man angesichts einer recht sicheren Mittelfeldposition im taktischen Bereich nochmals Fortschritte machen und junge Spieler an die Bezirksliga heranführen. Hoffnungsvolle Nachwuchskräfte finden sich auch im Team von Olympia Laupheim II. Nach dem Abgang von zwei Akteuren bleibt dem Trainerduo Liolios/Depperschmidt wohl gar keine andere Möglichkeit, weiterhin den bereits eingeschlagenen Jugendstil weiterzuführen. Die recht hohen Erwartungen vor der Saison konnte man nicht ganz erfüllen, jetzt geht es um eine Verbesserung in der Tabelle. Das deckt sich dann auch eins zu eins mit der sportlichen Situation beim SV Baltringen, der allerdings auf einen deutlich erfahreneren Kader verweisen kann. Mit dem Abgang von Kapitän Heiko Bauer verliert der Defensivverbund des SVB einen wichtigen Eckpfeiler, trotzdem richtet man beim Elften den Blick nach weiter vorn. Richten soll dies dann die nach wie vor sehr gut besetzte Offensivabteilung.

Ab Platz zwölf beginnt Abstiegszone

Der TSV Kirchberg gehört zu jenen vier Mannschaften, die sich inhaltlich mit dem Abstiegskampf befassen müssen. Beim TSV hat man die lange Sieglosserie in der Hinserie abgehakt, hängen geblieben könnte in den Köpfen der Akteure aber der wichtige Sieg vor der Winterpause sein. Der unveränderte Kader der Illertaler sollte stark genug sein, um auch in der kommenden Saison der Bezirksliga anzugehören. Das neue Trainerduo Michael Stanzl/Werner Böhringer hat die keineswegs leichte Aufgabe übernommen, die TSG Achstetten zum Klassenerhalt zu führen. Die beiden TSG-Urgesteine haben nun die vordergründige Aufgabe, die Bezirksliga-Tauglichkeit schon beim schweren Auftaktprogramm herauszukitzeln. Mit dem Zugang Tomislav Jauer (Bronnen) erhofft man sich offensiv mehr Durchschlagskraft.

Auch beim SV Reinstetten sucht man den Rettungsring. Gute Ansätze lieferte der Vorletzte noch vor der Winterpause, nun hat man jedoch den Abgang von drei Akteuren zu kompensieren. Der eigene Nachwuchs und eine Handvoll erfahrene Akteure sollen es nun beim SVR regeln. Wohin die Richtung geht, zeigt vielleicht schon die Auftaktpartie gegen den TSV Ummendorf. Auch der lieferte vor der Winterpause noch richtig ordentlich ab, die Mission Klassenerhalt geht man mit einem verbreiterten Kader an. Mindestziel ist für den TSV, wie für die mitabstiegsbedrohten Mannschaften auch, der drittletzte Platz. Hoffnung macht dann auch ein Blick in die Vergangenheit – in der Vorsaison punktete man nach der Winterpause besser als in der Vorrunde.

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