Adriano-Celestano-Songs entwickeln Sogwirkung

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 Die Adriano Celentano Tribute-Band sang in der Stadthalle.
Die Adriano Celentano Tribute-Band sang in der Stadthalle. (Foto: Gerhard Trüg)
Gerhard Trüg

Die Adriano Celentano Tribute-Band hat im Rahmen der italienischen Wochen in Biberach gastierte und am Ende der Show in der Stadathallewahre Begeisterungsstürme aus. Die weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannte Musik Adriano Celentanos war Anlass für die Geburt des Projekts „Lui e gli Amici del Re“ (“Er und die Freunde des Königs“) im Jahr 2002. Seither begeistert die Band bei mehr als 800 Konzerten das Publikum.

Nach und nach betraten die Protagonisten die Bühne, bis er erschien, Adolfo Sebastiani, Bandleader und Frontmann der Gruppe. Mit seinem Outfit mit Sonnenbrille, Schlaghose und lockeren Gesten, zeigte er eine große Ähnlichkeit mit seinem Idol Adriano Celentano.

Perfektes Zusammenspiel

Mit „Amore no“ ging es klanglich gleich in die Vollen, wobei die Bläsergruppe mit zwei Trompeten, Saxofon und Posaune mit ihrem vierstimmigen Satz besondere Akzente setzte. Absolute Präzision und Klarheit der Klänge sowie ein perfektes Zusammenspiel zeichnete diese Gruppe aus. Dazu gesellte sich Keyboard, Solo- und Bassgitarre und Schlagzeug, die ebenfalls hoch professionell spielten. Alle Instrumentalisten zeigten ihr Können auch durch Solo-Improvisationen.

Sebastiani trifft die Stimmung

Beherrschend war natürlich der Auftritt von Bandleader Sebastiani. Mit seiner leicht rauchigen Stimme zeigte er in allen Stimmlagen große und angenehme Präsenz. Bei allen Liedern, ob lyrisch oder härter, vermochte er die richtige Stimmungslage und den richtigen Ton zu treffen. Zwei junge Sängerinnen, links und rechts von ihm postiert, unterstützen mit schönen klaren Stimmen seinen Gesang. Allerdings wirkten die leichten Tanzbewegungen der beiden Damen in ihren High Heels auf Dauer doch etwas stereotyp.

Auch der Rock ’n’ Roll der 50er-Jahre war die Musik Adriano Celentanos, was sich im Song „Il tuo bacio e come un rock“ mit einem atemberaubenden Sax-Solo niederschlug oder dem mit vollem Sound dargebotenen „Ready Teddy“, das dem Elvis-Song „Jailhouse Rock“ nachempfunden war.

Rasend schnell und sehr laut, aber mitreißend war das Lied „24 000 baci“. Besonders gegen Ende des ersten Teils, als einige bekanntere Titel gespielt wurden, zeigte sich, dass etliche Fans mit Italienischkenntnissen im Publikum saßen, die schon bei den ersten Klängen begeistert den Text mitsangen, worauf Bandleader Sebastiani gerne antwortete.

Die Lieder sind in der Regel alle einfach strukturiert, aber durch ihren melodischen Fluss, der italienischen Sprache, gepaart mit der vollen und weichen Singstimme und mit der Unterstützung der professionellen Band haben sie eine ungeheure Sogwirkung, die, je länger der Abend ging, umso mehr auf die Zuhörer wirkte. Dies besonders bei dem vor der Pause vorgetragenen Stück „Il ragazzo della via Gluck“ mit seiner eingängigen Melodie und dem tollen Bläsersound. Spätestens hier war die Stimmung ausgelassen und das Publikum sang und klatschte mit.

Spitzbübisch lächelnd kam Sebastiani nach der Pause auf die Bühne mit dem Evergreen „Una festa sui brati una bella compania“. Leider wurde die Lautstärke allmählich immer mehr nach oben gefahren, so dass die Sänger etwas untergingen und vor allem das Publikum litt. Das war völlig unnötig und sollte zum Nutzen aller künftig korrigiert werden.

Die Stimmung trübte dies nicht und mit dem obligatorischen „Azzurro“ und „Ciao ragazzi“ ging die Show zu Ende. Nicht enden wollender Beifall führte zur Zugabe „Susanna“.

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