Ab Montag gilt nachts Tempo 30 in der Innenstadt

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Auf den rot markierten Straßenabschnitten gilt zwischen 22 und 6 Uhr in Zukunft Tempo 30.
Auf den rot markierten Straßenabschnitten gilt zwischen 22 und 6 Uhr in Zukunft Tempo 30. (Foto: Grafik: maps4news/gem)
Redaktionsleiter

Ab 22 Uhr am Montagabend heißt es in Biberach Fuß vom Gas: Dann gilt bis morgens 6 Uhr Tempo 30 auf einigen Durchgangsstraßen in der Innenstadt sowie in der Ortsdurchfahrt von Ringschnait.

Das Tempolimit, das der Gemeinderat vor fast genau einem Jahr beschlossen hat, ist Teil des Lärmaktionsplans. Zu diesem ist die Stadt gemäß einer EU-Richtlinie verpflichtet.

Duchgangsstraßen betroffen

Die Mitarbeiter des Baubetriebsamts haben in den vergangenen Wochen die erforderlichen Verkehrsschilder montiert. Zwar waren sie noch überklebt, die Autofahrer konnten sich aber schon mal auf das vorbereiten, was ab Montag gilt. Im Lauf des Tages werden die Aufkleber von den Schildern entfernt. Ab 22 Uhr gilt dann auf den entsprechenden Straßen Tempo 30.

Dabei handelt es sich vor allem um die stark befahrenen innerstädtischen Durchgangsstraßen, bei denen die Wohnbebauung besonders nahe an die Straßen heranreicht und an denen viele Menschen leben. Das Tempolimit soll ihnen zumindest in den Nachtstunden etwas Ruhe verschaffen. In Ringschnait ist es die B312, die als Hauptstraße mitten durch den Ort führt und ebenfalls ein hohes Verkehrsaufkommen hat. Außerdem werden zwei Bereiche in der Memminger Straße und der Ulmer Straße von Tempo 70 beziehungsweise 60 auf generell Tempo 50 zurückgenommen.

Verdeckte Messungen

„Ob sich die Autofahrer an die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, will die Stadt durch verdeckte Messungen feststellen“, sagt die städtische Pressesprecherin Andrea Appel. Dabei wird lediglich festgehalten, wie schnell ein Fahrzeug fährt. Es wird dabei also niemand geblitzt oder das Kennzeichen notiert. „Es kann aber gut sein, dass auch die Polizei nach einer Eingewöhnungsphase Radarkontrollen macht“, so Appel.

Nicht alle Bürger sind vom Sinn des Tempolimits überzeugt. Auch Baubürgermeister Christian Kuhlmann sagte vergangene Woche beim Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Donth, dass Tempo 30 „nur ein Notbehelf“ sei. Um eine innerstädtische Verkehrsentlastung zu erreichen, brauche es den B30-Aufstieg und verkehrslenkende Maßnahmen in der Innenstadt. Für Ringschnait sei dazu der Bau der Umfahrung notwendig.

Taxifahrer eher unglücklich

Einer der dem Tempolimit ebenfalls nichts abgewinnen kann, ist Tino Angele-Roth vom Taxiunternehmen Gnant aus Biberach. Er befürchtet Umsatzeinbußen durch die Tempo-30-Regelung. „Wenn wir nachts Stadtfahrten haben, gehört zu 80 Prozent eine der Straßen mit dazu, für die jetzt Tempo 30 gilt“, sagt er. Weil die Fahrer angehalten seien, sich an die geltende Geschwindigkeit zu halten, und deshalb länger brauchten, könnten weniger Fahrten absolviert werden. Ein zusätzliches Fahrzeug rechne sich aber nicht. Auch der Fahrplan des Anruf-Sammeltaxis, das bei seiner Firma angesiedelt ist, sei nachts wegen des Tempolimits vermutlich so nicht zu halten, sagt Angele-Roth.

Für folgende Straßen gilt zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30:

Waldseer Straße ab Einmündung Erlenweg. Es reicht weiter über die Kolpingstraße und von dort in die Riedlinger Straße bis kurz vor die Einmündung Schlierholzweg.

Ferner gilt nachts in der Felsengartenstraße und der Saulgauer Straße zwischen Kolpingstraße und Felsengartenstraße Tempo30.

In Ringschnait gilt aus Richtung Ochsenhausen ab der Ortseinfahrt bis zur Mittelbucher Straße und in der Gegenrichtung ebenfalls Tempo 30 Stundenkilometern in der Zeit von 22 bis 6 Uhr.

In der Memminger Straße (zwischen Theodor-Heuss-Straße und Bachlangenstraße) und der Ulmer Straße (zwischen Birkendorfer Straße und Teuchelhaldenstraße) gilt künftig generell Tempo 50.

Die Stadt wartet, bis das Anliegen geprüft worden ist
Tempolimits sind Teil des Lärmaktionsplanes
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