Überraschend deutliche 0:3-Niederlage

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Juri Mühlstein versuchte seiner Mannschaft vergeblich die Marschroute vorzugeben. Am Ende unterlag die TG Biberach den Gästen a
(Foto: SZ- Malte Missoweit)
Malte Missoweit

Nach zwei überzeugenden Auftritten und zwei Siegen in Folge haben Biberachs Volleyballerinnen am Wochenende einen Rückschlag hinnehmen müssen. Zu Hause unterlag die Mannschaft von Trainer Juri Mühlstein und Co-Trainer Gerd Kehm dem Aufsteiger aus Bad Vilbel überraschend deutlich mit 0:3 (21:25, 22:25, 17:25).

Etwas mehr als eine Stunde lag zwischen dem ersten und dem letzten Service der TG an diesem Spieltag. Das Resultat des Aufschlags ist bezeichnend für weite Strecken der Partie. Der Ball aus Biberacher Hand geht erst ins Netz, dann auf den Boden: ein direkter Fehler und ein Punkt für Bad Vilbel. Es ist der letzte an diesem Abend, dem eine Vielzahl ähnlicher Fehler vorausgegangen war. Damit ist die klare Niederlage gegen den Verfolger besiegelt, die nach den starken Leistungen der TG gegen Sinsheim und Waldgirmes doch einigermaßen überraschend kam. Der Unterschied zwischen beiden Teams war optisch sogar noch größer als die bloßen Zahlen vermuten lassen. „Es war ein Déjà-vu vom Hinspiel, auf das ich sehr gern verzichtet hätte“, fasste Kehm die Biberacher Darbietung zusammen und würdigte die des Gegners. „Bad Vilbel hat clever gespielt, war beweglicher, einsatzbereiter, hat sich den Sieg verdient“, sagte Kehm.

Wie schon beim Match im Hessischen offenbarten die Gastgeberinnen große Annahmeprobleme und leistete sich in nahezu allen Spielelementen eine Vielzahl einfacher Fehler. Die Gäste brauchten keine Bäume auszureißen, um zu Punkten zu kommen. Solider und überlegter Volleyball reichte dafür aus.

Noch zu Beginn des ersten Satzes hatte alles ganz anders ausgesehen. Mit viel Schwung, starker Annahme und variablen Angriffen setzte sich Biberach auf 10:4 ab und hielt den Gegner auch danach unter Kontrolle. Wie auf Knopfdruck schien nach der 21:17-Führung dann aber alles wie gelöscht, was bis dahin so souverän gewirkt hatte. Direkte Annahmefehler oder missglückte Angriffe brachten den Gegner heran, der seine Chancen mit vielen Lobbs konsequent nutze. Biberach fand kein Mittel, die gelegten Bälle abzuwehren, und so ging der Satz mit 25:21 an Bad Vilbel.

„Einen Schritt zu langsam“

„Das hat sich durch alle drei Sätze durchgezogen. Wir waren ständig einen Schritt zu langsam und zu ungenau“, monierte auch Trainer Juri Mühlstein, der gesundheitlich angeschlagen im Sitzen coachen musste. Gleich auf lagen beide Teams im zweiten Durchgang bis zum 7:7. Erneut riss der Faden bei der TG, Bad Vilbel enteilte auf 12:9 und 15:10. Mit viel Einsatz und gelungenen Angriffen biss sich Biberach zum 17:19 nochmal heran, fand dann aber keine Fortsetzung und so hieß es schließlich 22:25 und 0:2 nach Sätzen.

Dritter Abschnitt, gleiches Bild. Ausgeglichener Spielverlauf bis zum 13:13, danach verlor Biberach den Faden, leistete sich vier direkte Annahmefehler in Serie. Beim 16:20 Rückstand wollte nichts mehr gelingen und so besiegelte ein Netzaufschlag das 25:17 und damit den 3:0-Erfolg für Bad Vilbel. Trotz Enttäuschung wollte Mühlstein seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Fast alle hatten einen schwarzen Tag, einige waren auch gesundheitlich angeschlagen, wie ich selbst.“ Als Entschuldigung wollte Mühlstein das aber nicht anführen. „Annahme und Abwehr sind die Baustellen. Das hat zuletzt gut geklappt, da wollen wir wieder hin und arbeiten daran weiter.“

TG Biberach - SSC Bad Vilbel 0:3 (21:25, 22:25, 17:25). TG: Ambrosius, Arendt, Heublein, Keller, Kemper, Maier, Müller, Rechtsteiner, Schwindt, Traub J.,Traub M.

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